Theater-Highlights April: Die Rote Republik, Kaffee und Zigaretten, Richad III und Radikal Jung 2019

Theater-Highlights April: Die Rote Republik, Kaffee und Zigaretten, Richad III und Radikal Jung 2019

Der Frühling lugt immer mal wieder vorsichtig durch die Türe und sagt Hallo. Aber die Abende sind dann doch noch zu kurz und zu kalt, um sie im Freien zu verbringen. Deshalb gehen wir im April nochmal fleißig ins Theater. Wo es sich lohnt mitzugehen? Unsere Highlights:


„Die Rote Republik“ im Prinzregententheater
ab 03. April 2019
alle Termine und Karte hier

Theater darf — soll — die bestehenden Herrschaftsstrukturen kritisieren. Gesellschaftskritik auf der Bühne darf unverblümt auf Missstände hinweisen. Damit hat es ein Schauspieler meist leichter, als so mancher politischer Aktivist. Doch einher geht auch ein gewisser Auftrag: Wie positioniert man sich? Und wofür macht man das alles? Die Studierenden der Theaterakademie August Everding haben sich die Revolution 1918 und deren führende PazifistInnen und SchriftstellerInnen als Beispiel genommen und aus deren Biografien ein dokumentarisches Theaterstück erarbeitet: „Wofür lebt und kämpft man? Wie sähe die Welt aus, wenn die AkteurInnen der Revolution nicht eingesperrt und ermordet worden wären?“. Das Ergebnis ist ab 3. April im Prinzregentheater zu sehen.

Foto: Andrea Huber, Projektion: © Deutsches Historisches Museum.

Lesung mit Ferdinand von Schirach in den Kammerspielen – „Kaffee und Zigaretten“
10. April 2019, 20:00 Uhr
Tickets hier

Ferdinand von Schirach ist Anwalt — Strafverteidiger. Sein Beruf ist es, die rechtlichen Interessen seiner Mandanten zu vertreten. Dass man damit manchmal auch an die Grenzen seiner eigenen Moralvorstellungen gelangt, versteht sich bei all den Abgründen der Menschheit fast von selbst. Von Schirach packt diese Konflikte in Bücher, die regelmäßig zu Bestsellern werden. Sein Roman „Terror“ wurde zu einem Theaterstück, bei dessen Besuch bei keinem Zuschauer die eigenen moralischen Vorstellungen so blieben, wie sie waren. „Der Fall Collini“ wagte den Sprung auf die große Kinoleinwand. Und zwischendrin steht nun also „Kaffee und Zigaretten“ — Schirachs neuestes Buch. Es findet wiederum seinen Weg auf die Bühne in Form einer Lesung in den Kammerspielen. In kurzen Essays, Notizen und Erzählungen berichtet Ferdinand von Schirach über seine persönliche Sicht der Dinge. Über Begegnungen, bearbeitete Rechtsfälle, Gedanken und auch über seine bewegende Familiengeschichte.

© Ferdinand von Schirach

„Richad III“ am Residenztheater
18. April 2019, 19:30 Uhr
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Seit 2017 schon geht es rau her auf der Bühne des Resi. Das passiert öfter, aber Michael Thalheimer ist bekannt dafür, doch mitweilen sehr düstere Inszenierungen zu kreieren. Norman Hacker in der Rolle des Richard III gibt sein übriges dazu. So wird aus einer Figur, die von Shakespeare ohnehin dahingehend gestaltet wurde, dass man ihr eher ungerne über den Weg laufen möchte, eine Figur, die das Böse direkt mit der ersten Textzeile ins Publikum streut.
Das Residenztheater führt das Stück zum vorerst letzten Mal auf — wer sich aslo dem Bösen hingeben möchte, der sollte dringend den Weg dorthin suchen!

© Matthias Horn

Radikal Jung 2019 im Volkstheater
27. April – 05. Mai 2019
weitere Infos hier

Die alten Hasen im Showbiz, die kennt man. Lässt man die Namen Castorf oder Rüping in Gesprächen fallen, werden die Augen direkt größer, ohne dass das Gegenüber auch nur jemals ein Stück der genannten Herren gesehen hat. Das sind Namen, die gutes Theater machen. Aber: Es gibt da auch die jungen, in den Startlöchern stehenden Regisseure, die ihr Publikum mindestens genauso sehr in den Bann ziehen können. Zu ihren Ehren findet jedes Jahr im Volkstheater das „Radikal jung“ Festival statt. Dieses Jahr haben es sich die Organisatoren des Festivals bereits zum 15. Mal zum Ziel gesetzt, junge Regisseure auf die Münchner Bühne zu holen und der Stadt zu zeigen, was junges Theater kann. Zwischen dem 27. April und dem 5. Mai kann man sich insgesamt vierzehn Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum ansehen. Bei einigen davon bestesht auch noch die Möglichkeit an Publikumsgesprächen im Anschluss an die Vorstellung teilzunehmen und sich davon zu überzeugen, dass Regisseure nicht renommiert sein müssen, um tolles Theater zu machen.

© Diethild Meier

Titelbild: © © Gerhardt Kellermann Außenansicht des Residenztheaters (2012)