The Nice Nice

The Nice Nice

Wir spulen zurück in ein anderes Musikjahrzehnt — die späten 70er, 80er Jahre — denken an verstaubte Platten, Whiskey getränkte Nächte und große Liebeslieder verpackt in einen einzigartigen Sound, den irgendwann mal jemand Indie nannte. Wir denken an Männer in löchrigen Jeans und Frauen mit übergroßen Sonnenbrillen, die aussehen als hätten sie sich am Kleiderschrank ihrer Großmutter bedient.

Irgendwo inmitten all diesem heute fast verlorenem Indie-Pop-Spirit sind Tim und Tom anzusiedeln. Fragt man die beiden nach ihren Lieblingskünstlern und musikalischen Vorbildern, ist außer Alex Turner und Sting fast niemand mehr am Leben. Diese Verbindung und die geteilte Begeisterung für Chris Rea bringt Tim Sullivan und Tom Appel zu einem Musikprojekt, das sich heute The Nice Nice nennt. Der Bandname entspringt aus einem Song von Lifter Puller. Für was genau The Nice Nice in diesen Songzeilen steht, könnt ihr selbst herausfinden. Es ist keine Band, so viel sei verraten.

Wem die Band Monday Tramps ein Begriff gewesen ist, sollte auch beim Namen des Ex-Frontmanns Tom Appel aufhorchen. Hört man andere Künstler über den Mann mit der unverwechselbaren Stimme sprechen, klingt es schon fast heroisch. Und so ist es kein Wunder, dass die Szene bis heute gespannt darauf gewartet hat, welcher Sound vor einem Jahr in den Bergen Österreichs aufgenommen wurde. In Tim, geboren in Byron Bay, Australien, hat Tom das nötige und sich doch perfekt ergänzende Gegengewicht gefunden. Nein andersrum, eigentlich hat Tim, obwohl auf der Suche nach einer weiblichen Stimme, Tom gefunden. Aber das ist eine andere Geschichte.

(c) The Nice Nice, Vils, Austria

Wie also klingt The Nice Nice? Filmisch gedacht, gehen wir zurück an den Anfang des Textes. Die Temperaturen kratzen an der 30 Grad Marke, die Nächte sind lang, der Kater sitzt im Kopf, die Wellen spülen sachte um die im Sand vergrabenen Füße. In der Luft liegt ein Sound von Schwerelosigkeit, der einen schleichend einnimmt, umschließt und die verdrehte Gedankenwelt wieder in die richtige Bahn lenkt. Und spätestens beim Refrain von Miss Me, Sometimes U Do beginnen die Gliedern zu zucken und die Lippen folgende Worte murmeln: Oh maybe, you look at my way, oh Babe, I thought you looked my way.

Vier Songs gibt es auf EP I, die Song für Song ab dem 24. September veröffentlicht wird. Auf einen freuen wir uns ganz besonders: Turn This Thing around. So oft sind wir mit diesem Sound in den Ohren die vergangenen Wochen in jenem Untergrund spaziert und derselben Frage nachgegangen.
In diesem Sinne: Willkommen in München, The Nice Nice.


THE NICE NICE // Tim Sullivan und Tom Appel mit Band
SOUNDCLOUD
INSTAGRAM
FACEBOOK

Titelbild: © Fritz Beck