Serientipps: Please like me, Easy & Love

Serientipps: Please like me, Easy & Love

Weil nichts mehr nervt, als bei Netflix & Co planlos zu sein — hier wieder einmal eine Runde Serientipps von unserer Serienexpertin Nikola. Aber Obacht: die Auswahl ist sehr RomComLoveLastig. Frühling halt.


Please like Me

Kurz den Plot von Please like me zusammenzufassen ist schwierig. Ausgangs- und Mittelpunkt der australischen Dramedy-Serie ist Josh. Zynisch, direkt und gleichzeitig sensibel und fürsorglich. Gleich in der ersten Folge trennt sich seine Freundin Claire von ihm, weil sie ahnt, dass Josh eigentlich gar nicht auf Frauen steht. Womit sie tatsächlich Recht hat. Und als ob das noch nicht genug wäre, erfährt Josh auch noch, dass seine depressive Mutter Rose versucht hat, sich umzubringen und darauf hin bei ihm einziehen muss. Von dort aus spinnt sich — in insgesamt 4 Staffeln — die Geschichte um Josh und das ganze Ensemble um ihn herum.

Mit viel Selbstironie und Galgenhumor taucht man in die Welt von Josh, seinem Mitbewohner und einzigem Freund Tom, seinem frisch verliebtem Vater, seiner bipolaren Mutter und deren Freund*innen aus der Psychiatrie ein und kommt immer wieder gerne zu ihnen zurück. Klingt alles nicht wirklich witzig, ist es aber ungemein.

Please like me basiert lose auf dem Leben von Josh Thomas, dem Schöpfer und Autoren der Serie.

Gut, weil: wahnsinnig witzige Dialoge und eine extrem ehrliche Darstellung psychischer Erkrankungen
Gefällt dir auch, wenn: die Pilotfolge dich nicht überzeugt hat
Läuft bei: Netflix

Aufgrund des Fehlens eines passenden Trailers, hier einer meiner Lieblignsszenen:


Easy

Easy ist neben Black Mirror eine der besten fiktionalen Anthologieserien auf Netflix. Die 30-minütigen Folgen hängen nur lose zusammen und behandeln — grob gesagt — das Thema Beziehungen. Untersucht werden romantische, platonische und familiäre Beziehungen von Menschen aus Chicago aus unterschiedlichen Milieus. Joe Swanberg nimmt aktuelle Themen, wie Veganismus, den insgeheimen Traum irgendwann eine Craftbeer-Brauerei zu eröffnen, alternative Beziehungsformen und erzählt diese lustig und leicht und mit einer sehr guten Besetzung.

Gut weil: schlau, witzig, leicht und gut für einen Katersonntag
Gefällt dir auch, wenn: du denkst du weißt schon alles über Beziehungen
Läuft bei: Netflix


LOVE

In Love treffen sich Mickey und Gus an einer Tankstelle. Als Mickey kein Geld mehr für Kaffee und Kippen hat, hilft ihr Gus aus. Was sich anhört wie der Anfang einer schon 100 mal da gewesenen Indie-Romanze, ist eigentlich der Anfang einer verqueren Achterbahnfahrt zweier Menschen, die eigentlich nicht zusammenkommen sollten.

Mickey Dobbs (Gilian Jacobs) ist Radiomoderatorin und süchtig. Nach Sex, Liebe, Drogen und Alkohol.
Gus Cruikshank (Paul Rust) ist Lehrer am Set von einer Teenager-Hexen-Serie und komponiert in seiner Freizeit mit seinen Freunden Titelsongs für Filme, die keine Titelsongs haben. So unterschiedlich sie auch sind, nach ihrem ersten Treffen kreuzen sich ihre Wege zwangsläufig immer wieder. In 3 Staffeln verfolgen wir die beiden und ihre (Nicht-)Liebesgeschichte.

Love erfindet das Rad nicht neu, schafft es aber, die klassischen RomCom-Stereotype zu umgehen und manche zu entlarven.

Die Serie basiert auf der Idee von Paul Rust, Lesley Arfin und Judd Apatow. Produziert von Judd Apatow (Girls, Bridesmaids, This is 40), der immer schon alles richtig macht, was andere an RomComs falsch machen.

Gut weil: das Kostümbild der Serie überragend ist (yas, Badeanzug zu Jeans) und viel mit der Metaebene gespielt wird
Gefällt dir auch, wenn: du denkst „Bitte nicht noch eine romantische Comedyserie“
Läuft bei: Netflix