Queer Film Festival München 2020

Queer Film Festival München 2020

Im Oktober findet bereits zum fünften Mal das Queer Film Festival München – kurz QFFM – statt. Vom 14. bis zum 18. Oktober 2020 könnt ihr die Highlights der internationalen und nationalen queeren Filmlandschaft entdecken – auch außerhalb der Kinos. Neben dem physischen Zentrum des Festivals, dem City Kino in der Sonnenstraße, könnt ihr den Großteil der Filme auch online streamen. Diese hybride Version des QFFMs ermöglich euch frei zu wählen, wie und wo ihr die Filme sehen möchtet. Neben den klassischen Kinofilmen werden ein spezieller Serien-Slot, drei Kurzfilmprogramme, sowie eine gesonderte Spätschiene, die im Schwerpunkt Filme aus dem Horror- und Fantasy-Genre präsentiert, angeboten.


Die Filme des QFFM haben alle eines gemeinsam: Sie sind queer und zeigen, dass das kein Abgrenzungsmerkmal ist, sondern nur die Einzigartigkeit der gezeigten Perspektiven verdeutlicht. Jeder Film nähert sich auf eine eigene und individuelle Weise universell menschlichen Themen wie Erwachsenwerden, Identität oder auch Elternschaft.

Das QFFM zeigt alternative Lebensweisen und -welten, die Rechtspopulist*innen auf der ganzen Welt verdrängen möchten. Noch immer sind Gewalt, Gefängnis und Folter in Teilen der Welt Alltag im Leben von LGBTIQ*-Menschen. Und auch in Europa sind Minderheiten wieder vermehrt Ziele von Aggression und Hass geworden. Umso wichtiger ist es, dass das QFFM sich für eine Sichtbarkeit von alternativen Perspektiven und Lebensweisen einsetzt.

Unsere Highlights des QFFM 2020:

Welcome to Chechnya

14. Oktober 2020, 18:30 Uhr
City Kino + Online

Der Regisseur David France erzählt die hochaktuelle und nervenzerreißende Geschichte über die Aktivist*innen, die sich der systematischen Verfolgung von LGBTQI*-Menschen in der russischen Teilrepublik Tschetschenien entgegenstellen. 2017 wurden dort in koordinierten Aktionen queere Menschen verfolgt, gefoltert, inhaftiert und getötet. Der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow belächelte diese Vorwürfe und wies alle Anschuldigungen zurück – denn laut ihm gibt es in Tschetschenien keine queeren Menschen. Die Dokumentation wurde bei der diesjährigen Berlinale mit dem Teddy Activist Award ausgezeichnet und wird derzeit als potenzieller Oscar-Kandidat gehandelt.


Beyond the Horizon

15. Oktober 2020, 18:30 Uhr
City Kino + Online

Als Vorlage für Delphine Lehericey Verfilmung diente der Gewinner des Schweizer Literaturpreises „Das Flirren am Horizont“. Das Familiendrama erzählt die Geschichte einer Schweizer Bauern Familie im heißen und trockenem Sommer 1976. Als eine Freundin der Mutter auftaucht (gespielt von Clémence Poésy), gerät die vertraute Welt aus den Fugen. Es geht um die Existenz der Familie, das Heranwachsen und die erste Auseinandersetzung mit Sexualität. Innerhalb von wenigen Wochen scheint sich eine familiäre Katastrophe anzubahnen – alles verändert sich. Der melancholische Film überzeugt mit starken Bildern und wunderschönen Aufnahmen.


Jumbo

16. Oktober 2020, 18:30 Uhr
City Kino + Online

Regisseurin Zoé Wittock legt mit Jumbo ein fulminantes Spielfilmdebüt hin, das 2020 beim Sundance Film Festival und der Berlinale das Publikum begeisterte. Das gefühlvolle Drama erzählt mit einer gehörigen Portion Humor und Fantasie ein ungewöhnliches Coming Out. Der Film handelt von Jeanne, die im Gegensatz zu ihrer extrovertierten Mutter am liebsten allein ist. Die schüchterne Jeanne arbeitet nachts in einem Freizeitpark. Alles verläuft ruhig, bis ein neues Fahrgeschäft namens Jumbo sie in seinen magischen Bann zieht.


Vento Seco

16. Oktober 2020, 20:30 Uhr
City Kino + Online

Der erotische Berlinale-Film Vento Seco entführt euch in die brasilianischen Cruising-Wälder voller heißer Sommernächte und knisternder Spannung. Der Film spielt im brasilianischen Staat Goiás, in dem es extrem heiß und trocken ist. Sandro und sein Arbeitskollege Ricardo entfliehen der Hitze im Schatten der der Bäume für nachmittägliche Stelldicheins, wenn sie nicht arbeiten oder am Pool abkühlen. Der ruhige Alltag wird durch das Auftauchen eines mysteriösen Fremden gehörig durcheinandergewirbelt. Traumartige Bilder voller Verlangen stehen im Widerspruch zu Sandros kargem Leben.


Ema

18. Oktober 2020, 20:30 Uhr
City Kino

Der tanzgewaltige Film von Pablo Larraín empowert rebellische Körper und entwirft unendlich starke Frauenfiguren. Die Protagonistin Ema durchstreift mit ihrer Girlgang Valparaíso und erobert sich den öffentlichen Raum. Sie tanzen auf abgewrackten Dachparkplätzen im Hafenviertel zu Reggaeton oder zünden Autos in einer Wohngegend an und bewegen sich dabei ständig an der Grenze zwischen euphorisierendem Empowerment und moralischer Zwielichtigkeit. Freut euch über detailreiche Figuren, die sich in der postmodernen Ästhetik eines Musikvideos bewegen.


Das ganze Programm und mehr Infos findet ihr HIER.

Titelbild: © Queer Film Festival München