Was taugen Nachbarschaftsportale? – Ein Selbstversuch auf miduu

Was taugen Nachbarschaftsportale? – Ein Selbstversuch auf miduu

[In Kooperation mit miduu]

Wir alle kennen sie, die Alltagssituationen, in denen wir uns wünschten, ein treuer Hauself würde sich in unser Leben schleichen so wie Dobby in Harry Potters Leben, um uns mal eben kurz zu helfen und nicht mehr von unserer Seite zu weichen. Manchmal wäre auch eine ganze Dobby Crew gewünscht, wenn mal wieder niemand Zeit zum Karten spielen hat. Werden die Augen groß? Nein, Dobby ist leider keine Realität. Aber wir kennen da eine andere Möglichkeit, die im Hauselfen-Style weiterhelfen kann: miduu, das Münchner Nachbarschaftsportal. Wir haben es in den letzten Wochen ausgetestet und dabei nicht nur Leute aus unserem Viertel kennengelernt, sondern auch neue Kartenspiele entdeckt, unseren Kleiderschrank mit neuen „Schätzen“ gefüllt und für ein paar Bücher ein neues zuhause gefunden. Wie das alles passiert ist? Erzählen wir hier!

miduu Nachbarschaftsportal

Doch bevor wir starten, könnt ihr hier noch einmal nachlesen, wie einfach miduu funktioniert.

Selbstversuch I: Kleidertauschparty

Vorbereitung: Kleidertauschpartys – lieben wir. Erstens, weil man Geld spart. Zweitens, weil Ressourcen dadurch geschont werden. Und drittens, weil die eigenen Klamotten ja nicht „schlecht“ oder kaputt sind, sondern wir sie einfach nicht mehr sehen können. Wegwerfen ist demnach keine Option, spenden natürlich schon. Oder eben: Tauschen. Das kann man entweder auf öffentlichen Tauschpartys — wie beispielsweise in der Glockenbachwerkstatt — tun. Oder privat etwas organisieren. Wir wollten wissen, ob wir Leute finden, die sich auch gerne auf das Tausch-Experiment einlassen. Auf miduu kann man auswählen, ob man nur in seinem eigenen Stadtviertel, in mehreren Vierteln oder sogar in ganz München nach Mitstreitern sucht. Wir entscheiden uns fürs eigene Viertel – das verkürzt die Wege und stärkt die Nachbarschaft. Der Deal, den wir bei miduu einstellen: Jeder bringt ca. 5 Klamotten, Handtaschen und/oder Accessoires mit. Voraussetzung: Sie müssen gut erhalten sein. Tauschen heißt tauschen, sprich, Geld soll keines fließen und die Kleidungsstücke, die übrig bleiben, gehen an die Caritas. Außerdem geben wir bei der Einladung zur Party noch an, dass wir weiblich und 20-30 Jahre alt sind. Eine gewisse Trefferquote soll dann ja doch vorhanden sein.

Und so war’s: Tatsächlich finden wir über das Nachbarschaftsportal auch eine Handvoll Mitstreiterinnen, die wiederum auch Freundinnen mitbringen. Am Ende sitzen wir gemeinsam mit 12 anderen Personen in der Wohnung und einem riesigen Haufen an Klamotten. An die 5 Dinge-Regel hat sich auf jeden Fall keine gehalten, was aber alles andere als schlimm ist. Was uns gleich positiv auffällt: Die Tatsache, dass wir etwas haben, über das wir reden können – in diesem Fall die zu tauschenden Klamotten – ist ein perfekter Icebreaker. Dazu noch ein Gläschen Wein und es läuft. Naja, um ehrlich zu sein, ist zu Beginn jeder noch recht zurückhaltend. Aber spätestens als wir „Take or Toss“ beginnen und so entschieden wird, ob jemand ein Kleidungsstück haben will oder ob es an die Caritas geht, verliert jede ihre Hemmungen.

Fazit: Dass die Kleidertauschparty funktionieren und auch Spaß machen würde, daran haben wir nie gezweifelt. Allerdings waren wir nicht sicher, ob eine kleine, privat-organisierte Tauschparty auch funktionieren würde. Aber durch den Trick „Jeder-bringt-noch-jemanden-mit“ war es schließlich kein Problem, genügend Mitstreiterinnen zu finden. Einen fetten Vorteil hat es auf jeden Fall, wenn man seine „alten“ Klamotten im eigenen Viertel weiterbringt: Man muss nichts online einstellen wie beispielsweise bei Kleiderkreisel oder keine Kisten zu einem Flohmarkt schleppen. Und somit war unsere Kleidertauschparty eine durch und durch positive Erfahrung, die wir sicher nicht zum letzten Mal gemacht haben.


Selbstversuch II: Spieleabend

Vorbereitung: Ja, wir geben’s zu, wir sind Spielekinder. Aber da das bekanntlich ja nicht jeder ist — und spielen allein auch keinen Spaß macht — haben wir manchmal etwas Mühe, Mitspieler zu finden. Hier also die Idee: Wir suchen über miduu Spielekinder aus der Hood, die Lust auf einen zwanglosen UNO- und Kniffel-Abend haben. Location ist dieses Mal der Holzkranich, eine Kneipe in Schwabing mit großen, rustikalen Holztischen. Denn so ein Bierchen während des Spielens ist nicht zu verachten. Diesmal schalten wir die miduu-Anzeige in Schwabing und der Maxvorstadt und bekommen sechs Rückmeldungen von interessierten Mitspielern. Mit Vieren verabreden wir uns für einen Donnerstagabend.

Und so war’s: Die Karten liegen auf dem Tisch, so erkennt man sich unter Spielern. Schnell findet sich unsere Gruppe zusammen, Getränke werden bestellt, harte Fakten wie Namen und in welcher Straße man wohnt, ausgetauscht. Jeder hat auch noch weitere Spiele mitgebracht, aber wir starten mit etwas Leichtem: Dem Kartenspiel UNO. Das kann jeder und es muss nichts erklärt werden. Die ersten Runden laufen gut und die Anspannung verfliegt. Wir werden mutiger und geben uns Kniffel und anschließend Wizard, ein Spiel, das die meisten am Tisch nicht kennen und einiges an Erklärung bedarf. Aber es läuft. Zwischendurch reden wir auch über andere Dinge, wie das Viertel, Restaurants, die wir hier mögen und so weiter, aber der Fokus auf’s Spielen bleibt bestehen. Die Zeit verfliegt, aus einem Bier werden… sagen wir mehrere. Am Ende des Abends verlassen wir sehr beseelt die Kneipe und überlegen, ob wir nicht einen Spiele-Stammtisch gründen sollen.

Fazit: Großartiger Abend. Und zwar aus zwei Gründen. Erstens: Alle kamen mit einem klaren Ziel, nämlich ein paar Runden zu zocken. Peinliches Schweigen konnte so überhaupt gar nicht erst eintreten. Und der zweite Grund mag zwar profan klingen, ist er aber eigentlich nicht: Denn alle Spieler aus der Runde konnten danach heimlaufen, keiner musste durch die halbe Stadt mit den Öffentlichen oder dem Radl fahren. Und wenn das nicht einen wahren Stammtisch ausmacht, wissen wir auch nicht!


Selbstversuch III: Büchertausch

Vorbereitung: Und last but not least ein Szenario, das sicherlich die meisten von uns kennen: Die Wohnung ist klein, aber voll. Von vielen Dingen kann man sich gut trennen, aber Bücher — Bücher schmeißt man einfach nicht weg! Nur: Für alle gelesenen Bücher findet sich eben nicht immer ein Platz. Was also tun? Sie Freunden geben oder in einen der Bücherkästen der Stadt stellen – ja klar. Die Bücher auf die Straße legen, wo sie möglicherweise nass oder vergessen werden — nein, das hat (fast) kein Buch verdient. Deswegen lieber in München an die Leute verteilen, die sie wirklich wollen! Wir probieren es über miduu mit einem Buch, das — zugegebenermaßen — nicht die größte Challenge ist. Denn „Call me by your Name“ ist aktuell ein gefeierter Kinofilm, wir haben davon aber zwei Printausgaben im Regal. Eines davon muss also weg. Sagen wir für 5 Euro. Wir stellen das Angebot auf miduu in ganz München ein, um so die Chance zu erhöhen, dass ein interessierter Leser davon Notiz nimmt.

Und so war’s: Wir verfolgen, wie häufig die Anzeige angesehen wird und warten etwas auf die erste Nachricht. Aber dann kommt sie doch mit der Frage, wo und wann das Buch abgeholt werden könnte. Wir klären direkt über miduu die Übergabe, die dann auch problemlos an der Haustüre erfolgt. Auch hier hält sich der Aufwand also wieder in Grenzen, sowohl für uns, die ja nur an die Haustüre gehen müssen, als auch für den Abholer, der ein paar Ecken weiter wohnt.

Fazit: Klar, in diesem Fall mussten wir genauso wie bei anderen Onlineportalen, für das Buch eine Anzeige erstellen. Aber die Bezahlung lief deutlich einfacher ab, nämlich direkt vor Ort und in bar. Was wir — im Gegensatz zu Ebay Kleinanzeigen beispielsweise — als echten Vorteil von miduu empfinden, ist die Tatsache, dass alle Mitglieder verifiziert sind. Sprich, dass sie echte Nutzer aus München sind. Irgendwie haben wir dadurch ein deutlich besseres Gefühl, wenn wir unsere Adresse weitergeben und die Haustüre öffnen. Ach ja, das war übrigens nicht das letzte Buch, das wir so an würdige Leser weitergegeben haben. Wir sagen nur so viel: Auf unserem Bücherregal ist wieder Platz für Neues. Wir sollten mal wieder eine Tauschparty organisieren…


So viel zu unseren Selbstversuchen. Wenn ihr also auch etwas mehr Dobby in eurem Leben braucht, meldet euch kostenfrei auf miduu an. Freunde und Bekannte für miduu begeistern lohnt sich derzeit übrigens besonders, aber seht euch dazu doch einfach selbst auf der Website um. 😉