Münchner Theater in Corona-Zeiten

Münchner Theater in Corona-Zeiten

Tja. So hatten wir uns das mit unseren Theater-Highlights in nächster Zeit auch nicht vorgestellt. Aktuell finden bis auf weiteres keine Darstellungen mehr auf den Bühnen dieser Stadt statt. Aber Theater wäre nicht Theater, wenn es nicht Wege und Mittel finden würde, die Kunst trotzdem an den Mensch zu kriegen. Der letzte Vorhang ist noch lange nicht gefallen! Es folgen: Tipps, wie ihr Theater ganz bequem von eurer Couch genießen könnt. Wir versuchen das Programm regelmäßig zu aktualisieren und zu erweitern.


Kammerspiele
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Die Kammerspiele haben ein großes Arsenal an internen Mitschnitten ihrer Stücke. Intern hieß bisher: Keiner, der nicht Teil der Kammerspiel-Familie war, konnte diese sehen. Aber in diesen Zeiten müssen wir schließlich zusammenrücken und sind also irgendwie alle Familie im Weiteren Sinn. Deshalb stellt die Bühne der Stadt jeden Tag einen Mitschnitt eines Theaterstücks online für 24 Stunden zur Verfügung. Den Start hat am 18. März das Stück „No Sex“ gemacht. Darüber hinaus sind geplant: „Drei Schwestern“ (19. März), „#Genesis“ (20. März), „Unheimliches Tal / Uncanny Valley“ (21. März) und „Hamlet“ (22. März). Weitere Termine werden laufend auf der Homepage der Kammerspiele aktualisiert.

© Gabriela Neeb

Pathos
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Das kleine, schnuckelige Theater hat es uns ja schon angetan. Und da hat sich gerade eine innige Liebe entwickelt, schon muss das Theater schließen. Aber auch hier zeigt sich: Das Theater enttäuscht uns nicht und hat als eines der ersten ein Ersatz-Bespaßungsprogramm veröffentlicht! Auf der einen Seite gibt es das Corona-Blog. Die Münchner Schriftstellerin Lena Gorelik, die aktuell auch ein Stück für das Pathos Theater als Autorin vorbereitet, versorgt uns jeden Tag mit ihren Gedanken zur Situation.

Außerdem gibt es eine fortlaufende Videolesung des Buchs „Die Pest“ von Albert Camus. Zusammen mit Künstler:innen der freien Szene in München wird so lange gelesen, bis die Kontaktsperre vorbei ist. Zu finden ist das ganze auf Instagram (hier) und Facebook (hier). Hoffen wir, dass wir nicht zu viele Seiten erzählt kriegen.

Was sonst noch auf dem Plan stehen wird, ist noch nicht ganz klar. DASS etwas folgen wird, daran allerdings lassen die Theaterchefinnen keinen Zweifel!

Pathos
© Pathos Theater

Reidenztheater
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Dem Residenztheater ist so ganz ohne Spielplan und ohne Besucher schon sehr langweilig. Woran man das merkt? An den lustigen Videos, die jetzt täglich auf Youtube zu finden sind. Mini-Inszenierungen mit ganz eigenem Charme nehmen uns mit in eine Welt, von denen man das „Hintenrum“ eigentlich nie mitkriegt, weil das „Vornherum“ immer viel wichtiger ist. Nun gibt es kein „Vornherum“ und dann kann man durchaus auch mal das „Hintenrum“ auschecken!

© Gerhardt Kellermann
Außenansicht des Residenztheaters (2012)

Bayrische Staatsoper
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Die Bayrische Staatsoper ist im Vergleich zu den anderen Münchner Theatern direkt schon modern. Es gibt hier nämlich schon längst die Institution „Staatsoper.TV“. Ausgewählte Vorstellungen konnte man schon ein ganzes Weilchen online von der Couch aus verfolgen. Nun hat die Oper das Format geöffnet und zeigt bis zum 19. April verschiedene Stücke auch als On Demand-Versionen, in denen Stücke teilweise bis zu zwei Wochen einsehbar sind.

© Felix Loechner

Warum in die Nähe, wenn das Gute fern liegt…

Eine gute Sache für uns Theaterfans hat das ganze ja schon: Dadurch dass auch in den großen Theaterhäusern der Welt der Publikumsverkehr so langsam eingestellt wird, stehen immer mehr Streams aus eben diesen zur Verfügung. Deshalb hier ein kleiner Überblick, wenn Ihr auch mal in die Ferne schweifen wollt:

Staatsoper Berlin – zum Programm
Berliner Philharmoniker – zum Programm (kostenlose Nutzung bei Registrierung mit dem Gutscheincode BERLINPHIL)
Wiener Staatsoper – zum Programm
National Theatre at Home – zum Programm
Metropolitan Opera New York – zum Programm


Ihr habt noch weitere Streams? Schickt uns gerne eine Mail an saskia@munichmag.de und wir pflegen die Links nach!

Titelbild: © © Wilfried Hösl