Münchner Science & Fiction Festival

Münchner Science & Fiction Festival

Die wahren Geschichten Münchens erzählen die Menschen auf der Straße – präsentiert in Wort und Bild von Portraits of Munich

Nächstes Wochenende geht es ab in die Zukunft, denn da findet das Science & Fiction Festival im Einstein statt. Uns hat interessiert, wer hinter dieser Veranstaltung steckt, die einfach in keine Schublade passen mag. Deshalb haben wir Ronit Wolf, die Gründerin und Organisatorin des Festivals, auf dem Wannda Gelände zum Interview getroffen:


Erst Mal vielen Dank, dass Du dir für das Interview die Zeit genommen hast.

Das Science & Fiction Festival hatte schon letztes Jahr viel Andrang, so dass ihr zwei Mal die Türen dicht machen musstet. Auch dieses Jahr scheint das Interesse wieder sehr groß zu sein. Wie machst du das?

Das Festival ist ein Blend aus Wissenschaft, Kunst und Science Fiction und steht dieses Jahr unter dem Motto Astronomy & Gastronomy. Es findet zwar zum 4. Mal statt, aber es wird wie jedes Jahr ein neues Gesicht haben. Ich möchte einfach, dass die Leute auf dem Festival eine tolle Zeit haben, sie mit Spaß dabei sind und sich inspirieren lassen. Es gibt keine Verkaufsshow oder Merchandising, sondern das Erlebnis steht im Vordergrund. Ein Event, auf dem man tolle Menschen kennenlernen kann.

Ich gestehe, ich war noch nie auf so einem Festival. Wie kann ich mir das vorstellen? Was erwartet mich denn auf einem Science & Fiction Festival?

Wir haben eine Mischung aus Acts, Live-Experimenten, Slams, Filmprogramm, Ausstellungshallen voll Media- und urbaner Kunst, Musik-Shows und vielem mehr. Wir haben einen Hebocon – also einen Schrott Roboter Contest, zu dem jeder eingeladen ist, seinen selbstgebastelten Roboter gegen andere antreten zu lassen. Dann haben wir eine experimentelle Physik-Show von zwei „Mad Professoren“. Im  Future Food Slam werden Zukunftskonzepte unserer Ernährung vorgestellt. Es wird ein Kurzfilm-Festival auf dem Festival geben, eine Future-Koch-Show, und und und – ich kann gar nicht alles aufzählen. Es sind drei Tage zum Anfassen und Mitmachen.

Hast du denn ein persönliches Highlight auf dem Festival?

Ich freue mich unglaublich auf Moritz Simon Geist von Sonic Robots. Er hat gleich drei Sachen mitgebracht und jedes einzelne ist einfach der Hammer. Mir selber gefällt am besten die Tripod Installation, aber auch der MR-808 ist fantastisch. Das ist eine Nachbildung einer original Drummachine – also ein riesiger Schrank, in dem Schlaginstrument sind, die von Robotern gespielt werden. Das Ganze ist kann vom Publikum interaktiv bespielt werden.

Sciene & Fiction Festival München
Gründerin Ronit Wolf – StarTrek Fan und Alien zwischen allen Welten

Das hast auch vor einigen Jahren schon ein Kunst-Festival mit anderen aufgezogen. Was macht dieses Festival so besonders?

Das Setup für das Festival ist sehr technisch und ganz schön komplex. Ich kümmere mich um den Rahmen und den planen wir bis ins kleinste Detail.

Aber bei den Shows lasse ich den Leuten komplett freie Hand. Meiner Meinung nach müssen wir mehr Dilettanz leben und brauchen mehr Mut zum Imperfektionionismus. Loslassen hilft ungemein und es ist unglaublich, was man da oft zurückbekommt. Bei uns treten eingefleischte Fans ohne Bühnenerfahrung neben professionellen Schauspielern auf und es ist einfach nicht zu glauben, was sich da für Energien freisetzen.

Natürlich wird es dann auch mal peinlich oder vielleicht sogar lächerlich – aber so what? Ich bin gegen eine festgelegte Rollenverteilung und ich glaube fest daran, dass wenn man die Leute aus sich rauslockt, dass sie dann zeigen, wer sie eigentlich wirklich sind – oder sein können.

Ein schönes Beispiel dafür ist der Hebocon: Beim letzten Mal hatten wir einen Roboter, der nur recht leidlich fahren konnten und nach nur 20 Sekunden kläglichen Fahrens einfach über die Tischkante abgestürzt ist. Alle hatten einen Riesen-Spaß. Und genau darum geht es.

Da gehört aber auch eine ganz schöne Portion Mut dazu, auf seinem Festival den Leuten freie Hand bei den Acts zu lassen. Woher nimmst du diesen Mut?

Ganz ehrlich? Was kann schon schief gehen? Natürlich gibt es Dinge, die in die Hose gehen können – gerade bei unseren Live-Experimenten -, aber ich finde, wir profitieren sehr davon, uns Dinge zu trauen und bekommen viel mehr zurück. Die Leute spüren diese Energie und haben einfach eine tolle Zeit.

Wir hatten auch schon Acts, bei denen die Leute scharenweise aus der Halle gelaufen sind, weil sie es so schlecht fanden – ich stand dann alleine in der Halle und fand’s trotzdem großartig. Wieder was gelernt. Und weiter geht’s!

Wie bist du eigentlich dazu gekommen, so was aufzuziehen?

Ich war als Kind StarTrek Fan und hab ich mich schon immer so ein bisschen als Alien zwischen allen Welten gefühlt. Ehrlich gesagt mache ich das Festival, weil ich mich sonst zu Tode langweilen würde. Ich bin ein Hybrid: Künstlerin, Labertasche, Medien-Designerin, Pressesprecherin, einfach alles. Der Gedanke, einen „normalen“ Job in der Werbeagentur zu machen, ist für mich so schlimm, wie der Gedanke daran, Fleisch zu essen. Das absolute Horror!

Und ich finde es spannend, die Menschen anzustoßen. München ist einfach zu zu perfektionistisch – das ist manchmal schon gespenstisch. Sie aus der Reserve locken – das finde ich spannend. Und mit dem Festival versuche ich genau das.

Liebe Ronit, vielen lieben Dank für dieses Gespräch, danke für deine ansteckende Lache und deine Energie, die mich komplett in den Bann gezogen hat. Ich hoffe, wir sehen uns spätestens nächste Woche auf dem Festival, denn jetzt will ich unbedingt dorthin! 


Die Fakten:

Wo | Einstein Kultur
Haidhausen in der Einsteinstraße 42 im Untergrund

Wann | 28. – 30. April 2017

Was | Das aktuelle Programm findet ihr auf der offiziellen Website

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