München fährt Rad – Ein Cappuccino mit Alpenblick

München fährt Rad – Ein Cappuccino mit Alpenblick

Running.Cycling.Pasta. Alle Rad-Freunde aufgepasst: Mit München geht raus könnt ihr ab sofort auch auf’s Radl steigen und schöne Touren im Münchner Land drehen. Wo es sich besonders lohnt, mit dem Rad unterwegs zu sein – und auch mal abzusteigen – weiß Rebekka von Running. Cycling. Pasta. Mit ihr haben wir eine echte Expertin ins Boot geholt, denn die Münchnerin ist passionierte Radfahrerin und sowohl auf dem Rennrad als auch auf dem Crossrad zuhause. Und da sie gerne ihre Erfahrungen und Tipps austauscht, wird sie euch auf München geht raus regelmäßig über ihre liebsten Rad-Strecken rund um München berichten. Fantastische Bilder inklusive.

Auf der ersten Runde geht es in Richtung Starnberg und via Sissi‘s Wohnort zum beliebten „Steg 1“ – einen Cappuccino und das Alpenpanorama immer fest im Blick! Da sag noch mal einer, das Münchner Land hat nichts zu bieten. Na dann, einklicken und los… 

Hier die Streckenübersicht.


Der Schnee ist weg – mein Sommerherz freut sich – und ein frischer Wind erinnert dran, dass es irgendwie halt doch noch Winter ist. Mir egal, uns egal! Wir packen unsere Rennräder und haben eine „München ist schön“-Strecke eingeplant. Da muss natürlich der Starnberger See mit Alpenblick, ein paar malerisch bayerische Dörfer, ein bisschen Auf und ein bisschen Ab mit dabei sein.

Wir treffen uns am Forstenrieder Park – einer der Parks im Süden Münchens, der direkt an U-Bahn-Haltestellen und Wohngebiete angrenzt, sich aber gewaltigst ins Nichts erstreckt. Von wegen „Da kann man sich nicht verlaufen!“ – ich hab schon ab und an mal gedacht, ich werde in diesem Wald sterben. Meine Bidon voller Wasser und der eine Riegel da hätten mir auch nicht viel geholfen. Aber andererseits wollte ich ja schon immer mal so eine Ronja Räubertochter werden… Nun, zurück zum Forstenrieder Park. Dieser erstreckt sich nämlich zweigeteilt entlang der Garmischer Autobahn bis runter nach Starnberg. Verschiedene Forstwege gehen durch den Park durch, wir treffen uns an „Link Geräumt“ an dem es auch Parkplätze gibt.

Link Geräumt ist ein guter und von vielen Seiten erreichbarer Treffpunkt, ideal für Strecken die in den Süden gehen und auf der westlichen Seite der Isar starten sollen. Aus Salzburg dabei ist Brigitte: Eine Rennradlerin, die mit ihrem charmanten Österreichisch mich am Auto gleich herzlich begrüßt. Während wir bei meinem Rad noch die Schnellspanner überprüfen, lernen wir uns mal offline kennen, da wir bisher nur über Facebook Kontakt hatten. Hach, dieses „real life“ und so… Auf der anderen Seite der Autobahn holen wir Georg ab, meinen Crosskollegen, mit dem ich die Wälder und Schlammpfützen des Münchner Süden jedes Wochenende unsicher mache.

Das erste Ziel der schönen Starnberg-Alpenpanorama-Sicht ist Leutstetten – ein kleines Dorf an der Würm mit sehr schönen, welligen Straßen. Man folgt entweder der Olympiastraße (langweilig) oder dem am Anfang geteerten Weg im Forstenrieder Park. Kurz bevor dieser Weg auf die Landstraße trifft fährt man ein Stück auf Schotter, hat dafür aber schöne Aussichten um sich herum, ist vor dem Wind geschützt und vor eventuellen Regen oder Schnee. Auf der Landstraße biegt man dann rechts ab – wellig geht es ein kurzes Stück durch den Wald und an offenen Feldern vorbei bis man nach einem eher gachen Steil nach unten (Achtung, fiese Straßenverhältnisse und enge Kurven) in Leutstetten ankommt.

An der Kreuzung fahren wir dann nicht wie die Schilder sagen nach links sondern nach rechts, immer an der Würm entlang. Das ist übrigens ein wunderschönes Stück, eine meiner Feierabendstrecken, weil sie schön schattig im Sommer und nicht nur geradeaus ist. Wir biegen aber vorher ab – sonst kommen wir noch nach Gauting und da wollen wir nicht hin.

Links über die Brücke geht ein langer leichter Anstieg los, führt geradewegs nach Hanfeld. Vor der Hauptstraße schnappen wir uns die Unterführung links und über eine kurze Allee kommen wir im Dorf an. Als wir dann den Radweg links abbiegen – wir fahren sehr viel linksabbiegend, nicht wahr – sehen wir schon nach einer Weile die Berge. Wir klicken wieder ein und folgen der Hauptstraße, plappern fröhlich über dies und das.

Achtung: In Söcking ist es wichtig, dass ihr dem Radweg folgt. Da erscheint ein gelbes Radwegschild und ihr folgt der Straße die „Kühtal“ heißt bis ihr auf die Söckinger Straße kommt. Die öffnet sich dann irgendwann mit einer leichten Abfahrt und für kurz stehen die bayerischen Alpen majestätisch am Horizont! Da bitte nicht das Radfahren vergessen, auch wenn es gelegentlich wunderbar sein kann.

Das nächste Ziel ist es der Hauptstraße nach Maising zu folgen und da links nach Pöcking abzubiegen – es geht bergab, hurra! Der Starnberger See, Sissi‘s Zuhause und der Cappuccino kommt immer näher. Wer die Filme mit der Sissi kennt („Sissi!“ „Franz!“ „Sissi!“…) der ist da genau richtig. Wer ein Fan ist, sollte sich die Schlossanlage anschauen oder das Sissi Museum, das ebenfalls in Pöcking zu finden ist.
Tipp: Richtet euch nach den Starnberger See aus, auf die Hauptstraße müsst ihr jetzt kommen und da immer entlang nach Starnberg. Da ist es egal ob ihr etwas weiter fahrt, Hauptsache ihr kommt auf der recht gut befahrenen Straße am See an.

Und dann wartet der „Steg 1“ auch schon auf euch: Rechts findet ihr am See einen Steg, ein Häuschen und links gegenüber auf der anderen Straßenseite einen Parkplatz. Ihr seid genau richtig!

Uns ist jetzt ein bisschen kalt. Nichts ist schlimmer als zu frieren, weil man Ausrüstung vergessen hat. Deswegen habe ich auch immer ein Buff dabei – ideal, wenn das Wetter sich ändert, man ein halberfrorenes Kinn hat oder es am Hals ekelhaft reinzieht. Mein Merino-Buff geb ich nicht mehr her! Aber im Vergleich zu anderen Tagen ist das Wetter geradezu mild, denn heute hab ich mal keine Überschuhe oder eine kuschelig warme Winterjacke an. Für die richtig mies kalten Tage gibt es ganz andere Tricks. Aber wenn einem dann nach 5 Stunden Eiseskälte, unkontrolliertem Bibbern und kompletten Durchnässen aller (aller!!!) Radklamotten noch ein Platten passiert, dann hilft in dem Moment einfach nichts mehr. Außer die Gedanken an eine warme Badewanne und dass abgestorbene Körperteile doch sicher gar nicht so übel sind.

Aber bevor der eisige Wind uns in die Knochen fährt fahren wir uns wieder warm – ab nach Starnberg, einmal durch und zurück! Das geht entweder klassisch über die Olympiastraße via Wangen. Oder etwas charmanter dem Radlweg folgend links der Würm entlang: Dazu radelt man statt geradeaus links – nicht auf die Autobahn, auch wenn‘s verführerisch ist – unter der Autobahn hindurch und dann gleich rechts die Straße rein. Auf kleinen Stegen geht‘s dann nämlich so über Schotterwege und malerischer Umgebung nach Leutstetten. Aber auf der Hauptstraße statt links wird rechts gefahren – ab nach Wangen! Und ein bisschen Anstieg einbauen. Diese Strecke ist wunderschön und in Wangen angekommen kann man dann noch ein bisschen Tempo machen: die Olympiastraße wartet. Als Nebenstraße der Autobahn geht die geradeaus ab nach München und wer richtig fetzen will ist hier genau richtig. Viele Triathleten fahren mit dem Auto nur deswegen dahin, um die Straße auf und ab und auf und ab zu fahren. Ich finde, unsere Strecke ist um einiges schöner – oder?

Und ich hab von der lieben Brigitte noch ein Stiegl-Bier bekommen, dafür sind Radtrikots eben auch gemacht: Passte 1A hinein und wurde als Belohnung dann daheim getrunken. Ein toller Radtag mit zwei wunderbaren Radlern! Danke an Brigitte aka Miss Purple und Georg aka Sepp Sepp!

Tipp: Wenn das Wetter ekelhaft und windig oder naß ist, einfach wieder in den Forstenrieder Park abbiegen und auf diese Weise zum Ausgangspunkt zurück fahren.


Und hier noch die Fakten:

Distanz: ca. 55km
Höhenmeter: 600m
Schwierigkeitsstufe: Leicht
Streckenübersicht
Strecke mit Schotterumwegen (80km)
Streckenpunkte: Link Geräumt – Leutstetten – Hanfeld – Söcking – Maising – Pöcking – Starnberger See – Starnberg – Percha – Leutstetten – Wangen – Link Geräumt.