München fährt Rad – Die Anradeln-Tour

Running.Cycling.Pasta.Neue Strecke von Becky von Running. Cycling. Pasta.: Da die Saison für viele erst langsam losgeht, nimmt sie uns mit auf ihre Anradeln-Tour in Richtung Ammersee, großartige Pausen-Empfehlungen natürlich inklusive.

Strecke: https://www.strava.com/activities/964820286
Länge: 81km ab/bis Café Vorort
Höhenmeter: ca. 600


Am Café Vorort war der Treffpunkt, um dort die Möglichkeiten des Kaffeetrinkens und des Klogehens zu nutzen. Da ich mit meiner Freundin Franziska eine Route im Westen angedacht hatte, war es für uns wichtig, dass wir uns eher etwas außerhalb der Stadt treffen. Da ich auch noch nicht wusste, wie viele Mädels kommen würde, wollte das Gruppenfahren in der Stadt vermeiden und nach und nach trafen somit die Radlerinnen im strahlenden Sonnenschein ein. Aber auch wenn die Sonne schien war es um 10 Uhr morgens noch ordentlich frisch. Wir wollen aber gar nicht meckern, lieber so als in Schneesturm und Minusgraden Fahrrad fahren.

Die Route wurde von Franziska entworfen und ging auf mir bekannten und oft gefahrenen Straßen über Neuried nach Planegg, weiter nach Gilching, Alling und über Grafrath dann zum Ammersee. Dort war eine Pause eingeplant, bevor es wieder zum Startpunkt zurück ging. Eine Route, die auf ungefähr 80km kommt, mit Anfahrt aber eher auf 100km. Ebenfalls ist die Route eine eher weniger befahrende Strecke und vermeidet Rennrad-Hauptrouten zum großen Teil. Wer die Strecke mit dem Rennrad angeht wird zwei kleine und kurze Schotterpassagen haben, die jedoch keinerlei Problem für ein Rennrad darstellen. Arme locker, Tempo etwas runter und die Sicht auf die Berge dabei genießen.

Wir fahren los – in Neuried klicken wir simultan (fast) ein und fahren auf dem Radweg nach Planegg. Dort stößt Vela zu uns, die dann die Führung übernimmt und ich kümmere mich um die Nachhut. Das ist immer in Gruppenfahrten wichtig, die keine Tempobeschränkung haben. Denn wer langsamer ist oder etwas unerfahrener sollte nicht alleine gelassen werden. So halten wir die Gruppe zusammen und stellen sicher, dass niemand verloren geht.

Weiter auf dem Radweg fahren wir nach Germering und biegen dort nach Alling ab – ein sanfter Anstieg folgt einem sanften Hinunterrollen. Dort nehmen wir die versteckte Abzweigung im Ort nach Biburg. Die ist deswegen besonders schön, da kaum Verkehr ist und sich nach kurzer Zeit auf der linken Seite ein wunderbarer Blick in Richtung Berge offenbart. Mit einem Anstieg zum Germannsberg, der mit einem Panoramablick auf die verschneiten Alpen belohnt geht es über Biburg nach Schöngeisung über Holzhausen. Die letzten Meter rollen wir mit zweiprozentigen Abfall in das Dorf, radeln einer Allee folgend weiter und genießen den Wald um uns, als wir etwas bergauf nach Mauern fahren.

Die Gegend hier ist klein verschachtelt. Kleine Dörfer und Bauernhofansammlungen lassen sich hier sehr häufig finden. Auch ist in der Nähe von Mauern der Jexhof, der einen Tagesausflug auf jeden Fall wert ist. Wer wie wir weiter nach Grafrath fährt, kann über Kottgeiserung und dem nicht-asphaltierten Radweg zum glitzernden Ammersee, Radler und Kuchenpause radeln. Absolut empfehlenswert! An heißen, sonnigen Tagen oder gar Feiertagen ist in Stegen am Ammersee allerdings recht viel los. Wer nicht mehr radeln will kann auch hier den Dampfer besteigen und sich nach Dießen oder Herrsching schippern lassen. In der Fischers Strandbar gibt es alles was das hungrige und durstige Herz begehrt: von Gulaschsuppe zu Pommes, von Radler zu Kaffee, von Eis zu Kuchen. Hier eine Pause einzulegen ist auf jeden Fall empfehlenswert. Wer jedoch hier keinen Platz findet oder die Touristenmassen nicht ausstehen kann, kann einfach weiterfahren.

Denn wer der Strecke folgt, kurz an der Autobahn in Inning entlang und dann nach Steinebach am Wörthsee abbiegt, der kommt zum türkisen kleinen See, der im Sommer mein Lieblingsbadesee ist. Nun, nach dem Walchensee, aber der ist soweit entfernt. Am Wörthsee gibt es „Il Kiosko“: ein kleiner Kiosk, der jedoch alles hat – inklusive sauberer Toiletten. Anstatt hier auf Sitzplatzjagd zu gehen kann man einfach Radler und Pommes nehmen, die Füße ins Wasser halten und die Radpause genießen.

Über Steinebach fahren wir hoch in Richtung Meiling, bleiben auf der Straße – Alternative ist es links direkt nach Meiling abzubiegen – und folgen dem welligen Radweg nach Weßling. Dort führen, so kann man es wirklich sagen, alle Wege nach Gauting. Ich empfehle über Unterpfaffenhofen nach Gauting zu fahren. Im Ort selbst dann wartet ein letzter fieser Anstieg den Gockelberg hinauf in Richtung Buchendorf. Dann ist es eigentlich schon geschafft und vor einem liegt der Forstenrieder Park: Wald, Rad- und Wanderwege und vor allem: keine Autos mehr. Wir folgen dem asphaltierten Radweg, der kurz vor dem Wald zu Schotter wird. Alles gut, das geht nur 2km so, dann kommt eine Kreuzung mit dem Asphaltgeschwindigkeitsweg durch den Park. Dem folgt ihr, bis fast zum Ende. Kurz vor dem Ende biegt ihr links ab und seid nach Passieren eines Gartencenters und einer Brücke schon wieder beim Café Vorort.

Was ihr auf dieser Tour auf jeden Fall getan haben müsst:

▷ Die Berge auf dem Germannsberg anstaunen

▷ Die Abfahrt nach Schöngeising auskosten, die echt schön rasant ist

▷ Die ruhigen Straßen und dörfliche Gemütlichkeit genießen

▷ Am Ammersee mindestens fünf Minuten verzückt das glitzernde Wasser und die Berge anhimmeln

▷ Ein Radler/Eis/Pommes/Rhabarberschorle bestellen

▷ Ein bisschen sich in den Wörthsee verlieben

▷ Den Gegenwind verfluchen

▷ Den Gockelberg noch viel mehr verfluchen

▷ Sich auf das Eis beim Café Vorort freuen

Die Mädels, die bei der Anradeln Tour dabei waren, hatten ihren Spaß. Wir wurden leider zwischendrin getrennt (unterschiedliches Tempo und Verfehlen einer Ausfahrt meinerseits), aber sind alle heil und sicher angekommen. Die Saison kann jetzt richtig losgehen. Und bitte, liebes Wetter, ein bisschen mehr Sonne wäre wirklich toll. Vor allem für uns Radfahrer!