Liann

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Neu an Bord von MunichMag: Der noch junge Münchner Blog Get Lost In Words and Music. Warum wir Annika und Niko, die beiden Autorinnen dahinter, gerne mit dabei haben? Weil wir von ihnen tolle Porträts über junge Künstler aus der Gegend, Musik-(Geheim)tipps und Veranstaltungsempfehlungen bekommen – und zwar alles fernab des Schickimicki-Lebens in München. So mögen wir das.

Als Debüt liefern uns die beiden gleich mal ein spannendes Porträt über einen aufstrebenden Münchner Singer-Songwriter, von dem wir sicherlich noch einiges hören werden: Kilian aka LIANN.


Kilian ist im Glauben aufgewachsen Linkshänder zu sein, Gitarre spielt er dennoch mit rechts. (Der Grund für dieses Dilemma soll hier aber ein Geheimnis bleiben). Nach Jahren des Ausprobierens, Instrumente Lernens, des Coverns und Texte Schreibens entsteht im Februar 2013 das Projekt LIANN. Drei Jahre später, am 7. April 2016, ist es soweit: Im Milla Live Club präsentiert er seine erste EP „Murmeltier“: ausverkauftes Haus, phänomenale Stimmung und ein ebenso phänomenaler LIANN – man ahnt: das wird groß!

Auf Gigs sieht man LIANN nur selten alleine auf der Bühne, am liebsten holt er sich Musiker aus allen Richtungen dazu – zum Kern gehören: Roland Buck Roger (Geige), Preston Jones (Kontrabass), Derrick Waluube (Drums) und Elisa von Wallis (Cello & Klavier).

Unabhängig von Veranstaltungsort und Jahreszeit besitzen Konzerte von LIANN stets Wohnzimmeratmosphäre. Innerhalb kurzer Zeit ist die Stimmung (aus)gelassen, die Zuschauer schreien mit Liann nach „Eva“, geben Chewbacca-Laute von sich und wackeln mit den Köpfen. Ein paar Songs später, Stimmungswechsel: Kilian stellt sich mit seiner Gitarre mitten ins Publikum, singt ohne Mikro und Technik. Man spürt die Intention hinter dem Song, wird still, fängt die Blicke der Umstehenden ein und findet darin das Spiegelbild seines eigenen Gesichtsausdrucks wieder: beeindruckt und zugleich tief berührt. Diese Diversität, der geglückte Spagat zwischen grenzenlosem Spaß an Musik und der entsprechenden Ernsthaftigkeit, lassen LIANN als Künstler so heraus ragen.

Was mich persönlich an LIANN fasziniert hat, ist die Wortkraft seiner Texte. Sie handeln von Erinnerungen an unauslöschliche Kindheitsmomente, der Rebellion gegen das Erwachsenwerden, der geballten Ladung Leben, von Liebe, ihrer Vergänglichkeit und die Verbindung mit Orten an denen sie nicht mehr auffindbar ist. Man trifft auf Charlie Chaplin, den Sunshine Pub, Chewbacca und den Eismann, der keineswegs Marke Bofrost ist.

Neben dem Projekt LIANN leitet Kilian Unger zwei Chöre, gibt Klavier- und Gitarrenunterricht und komponiert Theatermusik (zuletzt: „Wir sind jung, wir sind stark“, junges Resi). Die Aufnahmen für seine zweite EP stehen im Herbst an.

Man freut sich auf alles, was da noch kommt!
Oder, um es in Kilians Lieblingsworte zu verpacken: „Das wird nice!“

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Titelbild: © Victoria Schmidt