Kunst im Januar

Kunst im Januar

Wir haben ein paar gute Neujahrsvorsätze für euch: mehr Ausstellungen besuchen, mehr Kultur genießen und mehr über Kunst lernen. Macht auch mehr Spaß als Sport, glaubt uns! Auch diesen Monat haben wir ein paar Kunsttipps für euch, also runter von der Couch und rein ins Museum. In der Kunsthalle erwarten euch eindrucksvolle Tapisserien aus Paris, Sol Caleros Arbeiten bringen etwas Frühlingsgefühle ins kalte München und es gibt eine neue Galerie zu entdecken.


Die Fäden der Moderne | Matisse, Picasso, Miró … und die französischen Gobelins
Laufzeit bis zum 08. März 2020
Kunsthalle München

Eine Tapisserie, was ist das eigentlich? Man könnte sagen es handelt sich dabei um einen Wandteppich. Aber diese Beschreibung wird den eindrucksvollen Werken, die momentan in der Kunsthalle zu sehen sind, nicht gerecht. In der Ausstellung “ Die Fäden der Moderne” könnt ihr eine umfangreiche Auswahl von Tapisserien aus der Pariser Manufacture di Gobelin sehen. Und die handgeknüpften Arbeiten sind alles andere als verstaubt oder altbacken. Die Tapisserien reichen vom Ende des Ersten Weltkrieges bis zur Gegenwart. Künstler*innen wie Matisse, Le Corbusier oder Louise Bourgeoise haben mit der Manufacture di Gobelin zusammengearbeitet. Es handelt sich um eine Ausstellung, die ihr einfach selbst sehen müsst – die beeindruckende, haptische Qualität ist schwer auf Bildern einzufangen!


Tanzperformance zur Ausstellung „Senga Nengudi. Topologien”
12. Januar 2020, 19 Uhr
Lenbachbaus

Die Ausstellung “Senga Nengudi. Topologien” haben wir euch bereits vor ein paar Monaten ans Herz gelegt. Falls euch die Arbeiten von Senga Nengudi interessieren und ihr mehr von ihr sehen möchtet, habt ihr die Chance, am 12. Januar eine Live-Performance im Lenbachhaus zu besuchen. Die Skulptur “Performance Piece” (1977) wurde dafür in Zusammenarbeit mit der Künstlerin und dem Centre Pompidou rekonstruiert. Die Tänzerinnen Katrin Schafitel (Freie Szene, München), Katja Wachter (Tanztendenz) und Julie Anne Stanzak (Tanztheater Wuppertal Pina Bausch) werden die Arbeit umsetzen. Der Eintritt ist frei, aber begrenzt. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich, früh da sein lohnt sich.

Performance Piece, 1977, Foto-Triptychon (Detail), Performerin: Maren Hassinger, Originalfotografie: Harmon Outlaw, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Sammlung KiCo © Senga Nengudi 2019

Sol Calero | Pasaje del olvido
Laufzeit bis zum 18 Januar 2020
Barbara Gross Galerie

Draußen ist es inzwischen ganz schön ungemütlich geworden. Kalter Wind, Nieselregen und schwere Wolken bestimmen das Gesamtbild. Wer seine Laune etwas aufbessern möchte sollte der Barbara Gross Galerie einen Besuch abstatten. Hier sind noch bis zum 18. Januar Sol Caleros Gemälde zu sehen. Ihre farbenfrohen Arbeiten beschäftigen sich mit Kultur und Erinnerung. Wie präsentiert sich Kultur? Wie stellt sie sich selbst dar? Welche Vorstellungen haben wir von Orten und Gesellschaften, wie als “exotisch” gelten? Findet es heraus! 


Mark Dion + Christine Wang „Climate Change is Real. Stop Procrastinating!“
Laufzeit bis zum 01. Februar 2020
Galerie Nagel Draxler

Vielleicht ist euch das ungewöhnliche, neue Schaufenster in der Türkenstraße auch schon aufgefallen. Nein, es handelt sich nicht um ein dubioses Versicherungsbüro – es ist eine neue Galerie in der Stadt. Seit Ende Oktober 2019 befindet sich hier die Galerie Nagel Draxler, die bereits in Berlin und Köln Standorte besitzt. Die Eröffnungsausstellung ist immer noch zu sehen und einen Besuch wert. Die Arbeiten von Mark Dion und Christine Wang ergänzen sich dabei wunderbar. Auf ironische Art und Weise kritisieren sie ökologische Problematiken und den Klimawandel.

Exhibition view, 2019, Mark Dion, Christine Wang, “Climate Change is Real. Stop Procrastinating!”, Galerie Nagel Draxler, Munich, Photo: Wilfried Petz

Spot On: Mark Leckey
Laufzeit bis zum 31. Juli 2020
Museum Brandhorst

Innerhalb der aktuellen Jubiläumsausstellung “Forever Young” im Museum Brandhorst wurden zwei Räume im Erdgeschoss, sowie der Medienraum im Untergeschoss einem Künstler bereitgestellt: Mark Leckey. Zu sehen sind die jüngst erworbenen Videoarbeiten „Fiorucci Made Me Hardcore (20 Year Anniversary Remaster)“ (1999–2019) und „Pearl Vision“ (2012). Die erste Arbeit ist eine Hommage an die britische Klubkultur seit den 1970er-Jahren, während sich das zweite Werk mit der affektiven und emotionalen Aufladung von Objekten der Pop- und Konsumkultur auseinandersetzt.

Titelbild: © Galerie Nagel Draxler, Munich / Photo: Wilfried Petz