Kunst im August

Kunst im August

Falls ihr im August nicht der Stadt entfliehen könnt und eure freien Tage deswegen mit etwas Kultur und Kunst füllen wollt, haben wir auch diesen Monat wieder ein paar Tipps für euch. Aktuell bieten euch einige interessante Ausstellungen die Gelegenheit, Münchner Institutionen zu besuchen, die nicht zu den klassischen Kunstmuseen gehören, aber immer einen Besuch wert sind und nicht unterschätzt werden sollten. Auf unserer To-Do-Liste stehen diesmal: das NS-Dokumentationszentrum, das Jüdische Museum München, das Stadtmuseum München und das Valentin Karlstadt Musäum.


Die Stadt ohne Juden Ausländer Muslime Flüchtlinge
Laufzeit bis zum 10. November 2019
NS-Dokumentationszentrum München

Eine Stadt ohne Juden Ausländer Muslime und Flüchtlinge? Ausgehend von Hugo Bettauers Roman und der gleichnamigen Verfilmung „Die Stadt ohne Juden“ von 1924 beschäftigt sich die neue Wechselausstellung mit Ausgrenzung einzelner Gruppen aus der Gesellschaft. Anhand von historischen und aktuellen Beispielen werden dabei Geschichte und Gegenwart in Bezug gesetzt. Wusstet ihr, dass der Eintritt für das NS-Dokumentationszentrum bis zum 20. April 2020 frei ist? Wir finden das super, denn Bildung sollte kostenlos sein. Zudem ist das NS-Dokumentationszentrum eines der wichtigsten Museen in München und sollte von allen Münchner*innen mindestens einmal besucht werden.  

Foto: Jens Weber

Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen 
Laufzeit bis zum 23. Februar 2020
Jüdisches Museum München 

Grenzen gibt es in den verschiedensten Formen und Gestalten. Manche sind sichtbar oder unsichtbar, privat oder öffentlich, durchlässig oder tödlich. Sie befinden sich zwischen Staaten, Territorien oder Wohnsiedlungen. Eines haben alle gemeinsam: Sie grenzen jemanden aus. Ausgehend von der biblischen Erzählung von der Flucht der Efraimiter hat das Jüdische Museum München internationale Künstler*innen dazu eingeladen sich mit der Thematik der Grenze auseinanderzusetzen und präsentiert die Ergebnisse in der Ausstellung “Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen”.   

Caroline Bergvall: Say Parsley (2001–2019), ÅLPHABET „Sag Schibbolet” im Jüdischen Museum München, 2019, Foto: Franz Kimmel

Migration bewegt die Stadt. Perspektiven wechseln
Laufzeit bis 29. Dezember 2019
Stadtmuseum München 

Das Stadtmuseum der eigenen Stadt besucht man ja nur äußert selten, wenn überhaupt. Dabei gibt es ständig neues zu lernen, auch wenn ihr dachtet, ihr wüsstet bereits alles über München! Wusstet ihr, dass die Ziegel, die so typisch für viele Münchner Bauwerke sind, hauptsächlich von Menschen aus dem Friaul (Italien) hergestellt wurden? Das zahlreiche Displaced Persons an dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligt waren? Oder, dass die Gastarbeiter*innen einen wichtigen und wesentlichen Beitrag zur industriellen Produktion und zum Städtebau leisteten? Falls nicht, dann legen wir euch einen Besuch im Münchner Stadtmuseum ans Herz. Bis zum 29. Dezember 2019 könnt ihr hier, integriert in die normale Dauerausstellung der Stadtgeschichte, lernen wie Migrant*innen München prägen, damals wie heute.  


Bayern – Sehnsucht & Verklärung
Laufzeit bis 15. Oktober 2019
Valentin Karlstadt Musäum 

Neben der absolut zu empfehlenden Dauerausstellung könnt ihr aktuell “Bayern – Sehnsucht & Verklärung” im Valentin Karlstadt Musäum besuchen. Wer sich schon immer mal gefragt hat woher eigentlich diese fanatische Marke “Bayern” stammt (und wir meinen nicht den Fußballverein), der wird hier alle Antworten finden. Der Ursprung liegt hier im 19. Jahrhundert, als die rasant wachsende Bevölkerung der Städte eine Sehnsucht zur Natur und Ursprünglichkeit entwickelt, die sie in den Gebirgsregionen zu finden hoffen. Zudem wird ein kritischer Blick auf die Vereinnahmung des Begriffs “Bayerische Heimat” durch diverse politische Parteien, gesellschaftliche Institutionen und Industrie. Und wenn ihr dann schonmal im Musäum sein, dann solltet ihr unbedingt noch einen Stopp im Café, im obersten Stock des Türmchens, einlegen.   


Mehr Infos über aktuelle Ausstellungen, Kunst und Architektur findet ihr auch auf Julias Blog: JULIARTSTORIES