Kunst im März

Kunst im März

Der meteorologische Frühlingsbeginn lässt nicht nur die ersten Krokusse blühen, Anfang März erwachen auch die letzten Ausstellungsräume aus dem Winterschlaf. Der BNKR öffnet wieder seine Türen und im Gepäck hat er ein neues konzeptionelles Ausstellungsprogramm für das kommende Jahr. Auch das Architekturmuseum, das Haus der Kunst und der Kunstverein haben neue Ausstellungen im Angebot. Es gibt also wieder einiges zu entdecken diesen Monat!


Experience in Action | DesignBuild in der Architektur

Eröffnung 18. März 2020, 19 Uhr
Laufzeit 19. März bis 14. Juni 2020
Architekturmuseum der TUM

In der neuen Ausstellung des Architekturmuseums dreht sich alles um “DesignBuild”, eine Lehrmethode, die an zahlreichen Architekturschulen der Welt angeboten wird. Dabei müssen die Studierenden konkrete Projekte planen, entwerfen und 1:1 umsetzen. Zahlreiche Schulen, Wohnhäuser, Theater, Kindergärten und Krankenhäuser, meist in Entwicklungsländern, wurden so schon realisiert. Bei dieser Lehrmethode können die Studierenden selbst Hand anlegen und sich mit fremden Kulturen und unterschiedlichen Materialien auseinandersetzen. Die Ausstellung dient zur Information über die soziale Wirkung und die nachhaltige Bedeutung von “DesignBuild”.

Tacloban, 2010, Entwurfsprozess, Workshop © Alexander Eriksson Furunes

Pati Hill | „Something other than either“

Eröffnung 6. März 2020, 19 Uhr
Laufzeit 7. März bis 3. Mai 2020
Kunstverein München

Der Kunstverein München präsentiert die erste posthume institutionelle Einzelausstellung von Pati Hill in Europa. Über 60 Jahre war die Künstlerin aktiv, die ein umfangreiches Lebenswerk hinterlässt. Ihr Oeuvre umfasst verschiedene Disziplinen, in denen sie das Verhältnis zwischen Bild und Text untersuchte. Als Autodidaktin begann sie in den 1970er Jahren den Fotokopierer als Werkzeug zu verwenden und eine eigene künstlerische Praxis zu entwickeln, die die ansonsten unsichtbare häusliche Arbeit sichtbar machte. Neben ihren bildnerischen Werken fokussiert sich die Ausstellung auf Hills Schreiben. Die Besucher*innen bekommen einen Einblick in ihre Romane, Memoiren, Kurzgeschichten, Künstler*innenbücher und Gedichte.

Neben der neu eröffneten Ausstellung gibt es auch noch neuen, festen Bestandteil in der Institution zu entdecken: den Archivraum! Entworfen wurde er von dem Künstler Julian Göthe, der sich intensiv mit den architektonischen Gegebenheiten auseinandersetzen und eine installative Arbeit konzipierte.  Anlass für den Archivraum ist das zweihundertjährige Jubiläum des Kunstvereins, welches 2023 stattfindet. Für die Geschichte der Institution ist nun konkreter Ort der Aufbewahrung gefunden worden. Gleichzeitig wird der Raum auch als Veranstaltungsort genutzt werden. Ihr dürft gespannt sein, was dort noch alles passieren wird.


Anna McCarthy | Adventure Room

Laufzeit bis zum 21. März 2020
Galerie Sperling

Für ihre Einzelausstellung “Adventure Room” in der Galerie Sperling musste Anna McCarthy wortwörtlich einige Berge erklimmen. Die Künstlerin hat die letzten Jahren damit verbracht Gegenstände, die sie beim Bergsteigen gefunden hatte, zu analysieren, zu sammeln, zu horten und zu schützten. Ihr buntes Sammelsurium stammt von Wanderungen auf der ganzen Welt, wie z.Bsp. Indien, Spanien und Italien. Die Fundstücke liefert das Material für “Adventure Room”. McCarthy verwandelt dabei den Ausstellungsraum in eine raumgreifende Installation, in der Monitore von der Decke hängen und die Wanderschuhe zum Ausstellungsobjekt werden.


„The Architecture of Deception“

Laufzeit 4. März 2020 bis 19. Juli 2020
BNKR

Das Jahresprogramm des Ausstellungsraumes “BNKR – current reflections on art and architecture” wechselt jedes Jahr die Kurator*innen. Dieses Jahr entwickelten die international erfolgreichen Kuratoren Sam Bardaouil und Till Fellrath zwei Ausstellungen und ein vielschichtiges Rahmenprogramm. Die erste Ausstellung „The Architecture of Deception“ widmet sich der Architektur des Ausstellungsraumes, der sich in einem ehemaligen Hochbunker in Nord-Schwabing befindet. Obwohl das Gebäude 1943 vom nationalsozialistischen Regime erbaut wurde, sieht es heute aus wie ein modernes Wohnhaus. Ausgehend von dieser Täuschung beschäftigen sich die ausgewählten, zeitgenössischen Künstler*innen mit räumlichen und visuellen Täuschungen. Die Betrachtenden werden dazu angehalten auf eine spielerische und zugleich kritische Weise das Offensichtliche zu hinterfragen.

Hiepler Brunier (2014), Hochbunker, Ecke Ungererstrasse/Crailsheimstrasse

Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives

Laufzeit von 06. März bis zum 02. August 2020
Haus der Kunst

Das Haus der Kunst zeigt eine große Einzelausstellung des Künstlers Franz Erhard Walther, der eine Schlüsselfigur für die konzeptuelle Abkehr vom Bild in den europäischen Nachkriegsavantgarden und ein Wegbereiter für den offenen Werkbegriff war. Der experimentierfreudige Künstler wagte sich früh an die unterschiedlichsten Materialien heran. Mit Hilfe von Kaffee, Pflanzenöl oder Sojasoße stellt er zuerst Papier als Bildträger in Frage, bevor er seine Wortbilder entwickelte. Durch Luftkisseneinschlüsse und Konstruktionen aus Papier gelingt es ihm das Bild in ein Objekt umzuwandeln. In den großen Hallen des Haus der Kunst wird sein visionärer Bildbegriff an den spielerischen, minimalistischen Arbeiten des Künstlers deutlich.

Franz Erhard Walther Gelbe Skulptur, 1969/79, Baumwollstoff, Holz, 305 x 800 x 60 cm, 16-teilig, Franz Erhard Walther Foundation © VG Bild-Kunst, Bonn 2020