Kunst im Juli

Kunst im Juli

Diesen Monat erwartet euch eine interessante Mischung aus jungen und etablierten, sowie lokalen und internationalen künstlerischen Positionen, die in staatlichen wie privaten Ausstellungsräumen agieren. Besonders ans Herz legen möchten wir euch Kalas Liebfrieds Sound-Performance im Garten des Lenbachhauses, die auf die aktuelle Situation bezogene Gruppenausstellung in Deborah Schamonis Galerieräumen und das weibliche Duo-Statement zur Post-Minimal Art in der Galerie max goelitz.


Kalas Liebfried | Ports in Transitions

Performance am 22. Juli 2020, 19-21 Uhr
Im Garten des Lenbachhauses

Der Münchner Künstler Kalas Liebfried verwandelt den Garten des Lenbachhauses am 22. Juli in ein offenes Feld des Sendens und Empfangens. Seine Sound-Performance “Ports in Transitions” erkundet die akustischen Landschaften des Mittelmeerraums. Der Ausgangspunkt seiner performativen Live-Version des Klangstücks ist hierbei eine Feldaufnahme von Schiffshörnern am Hafen von Piräus: Zu Epiphanias (6. Januar, Heilige Drei Könige) lassen alle Schiffe ihre Hörner im Einklang erklingen. Die Besucher*innen können Teil der Performance werden, indem sie einer Gebrauchsanweisung folgend, mit Hilfe eines Walkie-Talkies Signale an eine monumentale Klangskulptur aus Gitarrenverstärkern senden.


Fables of Resurrection

Laufzeit bis 08. August 2020
Deborah Schamoni

Die Ausstellung Fables of Resurrection, im Deutschen “Märchen über das Wiedererwachen”, handelt von kaleidoskopartige Momentaufnahmen von Erfahrungen zwischen Stillstand und Exzess. Die Werke fügen sich perfekt in die eigenartige “Virus-Zeit” ein, in der wir uns immer noch befinden. Die Künstler*innen Judith Hopf, Maryam Hoseini, Yong Xiang Li, Aileen Murphy, Eric Sidner und Amalia Ulman reflektieren über das Verhältnis zwischen Körperlichkeit und Zeitlichkeit, und kreieren traumähnliche Zustände, in denen sie die Beziehungen zwischen individuellen und sozialen Körpern erforschen.


Thomas von Poschinger | Court

Laufzeit bis 31. August 2020
Loggia

Im Ausstellungsraum Loggia ist bis zum 31. August eine Einzelausstellung des Malers Thomas von Poschinger zu sehen. Der Titel “Court” ist hier Programm. Poschingers künstlerische Praxis basiert auf einem Zusammenspiel von Fotografie und Abstraktion. Er bedient sich dabei ikonischer Bilder der Tennisprofis Andre Agassi und Boris Becker, die er neu in Szene setzt. In den ausgestellten Arbeiten widmet sich der Künstler dem Verhältnis von Sport und Kunst, wobei er sich auf eine spezielle, romantisierte Tennis-Ästhetik der 80er Jahre bezieht.


August Sander | Sardinien 1927

Laufzeit bis zum 08. November 2020
Pinakothek der Moderne

Bei diesen Bildern träumen wir uns nach Italien, genauer gesagt nach Sardinien, der Insel im Mittelmeer mit den weißen Sandstränden und türkisem Wasser. Die Pinakothek der Moderne widmet dem Fotografen August Sander (1876 –1964) einen Raum, in dem ein seltenes Konvolut von originalen Fotografien, die der Künstler während einer Italienreise im Jahr 1927 aufgenommen hatte, gezeigt wird. Die Insel galt damals noch als ein geheimnisvolles, unbequemes und geradezu exotisches Reiseziel. Sander ist heute als einer der bedeutendsten Fotografen der Neuen Sachlichkeit und des Neuen Sehens der 1920er- und 1930er-Jahre bekannt.

August Sander, Bauernkinder, Iglesiente (?), 1927, Foto: Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Pinakothek der Moderne, München © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln/VG Bild-Kunst Bonn 2020

A changing ratio | Rosemarie Castoro & Liz Deschenes

Eröffnung 10.-11. Juli 2020, 11-20 Uhr
Laufzeit 10. Juli bis 22. August 2020
max goelitz

Die Galerie max goelitz zeigt in Kollaboration mit der Galerie Thaddaeus Ropac ein generationenübergreifendes, weibliches Duo-Statement zur Post-Minimal Art mit den zwei US-amerikanischen Künstlerinnen Rosemarie Castoro und Liz Deschenes. Zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum wird diese erweiterte (nicht männliche) Perspektive der Post-Minimal Art gezeigt. Die Werke der Künstlerinnen vereinen eine inhaltliche wie formale Auseinandersetzung mit medialen Grenzen, ein freier Umgang mit Materialität und eine auf zeitliche Prozesse fokussierte Arbeitsweise. Die raumgreifenden Arbeiten haben dabei den traditionellen Medienbegriff überwunden bereits überwunden, während frühere Werke die experimentellen, medienübergreifenden Aspekte dieser prozesshaften Arbeitsweise deutlich machen.

A changing ratio, Ausstellungsansichten, Courtesy the artist and Miguel Abreu Gallery, New York and Galerie Thaddaeus Ropac, London • Paris • Salzburg © The Estate of Rosemarie Castoro, Photos: Dirk Tacke

Titelbild: © Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München