Kunst im Oktober

Kunst im Oktober

Der Kunst Herbst hat wieder einiges geboten in München. Langsam, aber sicher läuft die Kunstwelt wieder rund und auch die letzten Ausstellungsräume sind wieder geöffnet. Das Lenbachhaus zeigt eine große, umfassende Sammlungspräsentation von eindrucksvollen, weiblichen Positionen, die architektonische Ausstellung im Hochbunker BNKR ist wieder zugänglich und das jährliche Kunstprojekt ‚Zimmer frei‘ im Hotel Mariandl bietet erneut eine Ausstellungsfläche für junge Nachwuchskünstler*innen. Unsere Tipps für den Kunst-Oktober:


Architecture of Deception

Laufzeit bis 20. Dezember 2020
BNKR

Nach mehrmonatiger Pause hat BNKR – current reflections on art and architecture im letzten Monat die Ausstellungsräume im Hochbunker wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dort könnt ihr endlich wieder die ursprünglich am 3. März 2020 eröffnete Ausstellung The Architecture of Deception besuchen. Kuratiert wurde die Show von Sam Bardaouil und Till Fellrath, die Werke der Künstler*innen Cortis & Sonderegger, Emmanuelle Lainé, Hans Op de Beeck, Bettina Pousttchi, Gregor Sailer und The Swan Collective versammelt haben. Zu sehen sind bereits bestehende Arbeiten aus den Bereichen Fotografie und Video, Skulptur und Installation ebenso wie von BNKR für die Ausstellung beauftragte und neu erschaffene Werke, die sich thematisch alle mit architektonischen Täuschungen auseinandersetzen.


Archive Galerie 2020/21 | Archives in Residence – euward Archiv

Laufzeit bis 25. April 2012
Haus der Kunst

Die Münchner Augustinum Stiftung vergibt bereits seit 20 Jahren den euward, den einzigen internationalen Kunstpreis für Kunst im Kontext kognitiver Einschränkung. Auch dieses Jahr wurden drei Preisträger gewählt: Felix Brenner (*1955), Andreas Maus (*1964) und KarHang Mui (*1989). Anlässlich der diesjährigen Verleihung ist das Archiv des euwards zu Gast im Haus der Kunst. Hier könnt ihr nun erstmals die Werke der aktuellen, sowie vergangenen Preisträger*innen betrachten. Dabei handelt es sich um Dokumente, Fotografien und audiovisuelle Medien, die von vielseitigen Begabungen und Leidenschaften sowie von Verletzungen und Ringen nach Aufmerksamkeit erzählen. Eine Ausstellung eine inklusive Kunst und diverse Gesellschaft stärkt.

euward 2010, Installationsansicht, Haus der Kunst, München © Euward Archiv, Atelier Augustinum

About Us. Junge Fotografie aus China

Laufzeit bis 29. Januar 2021
Alexander Tutsek Stiftung

Ein Besuch der alten, denkmalgeschützten Jugendstil-Villa in Schwabing lohnt sich. Im Sitz der Alexander Tutsek Stiftung ist aktuell die Ausstellung About Us. Junge Fotografie aus China zu sehen, in der siebzig Fotografien aus den letzten zwanzig Jahren von vierzehn chinesischen Künstler*innen gezeigt werden. Dabei handelt es sich um Arbeiten, die Dr. Eva-Maria Fahrner-Tutsek auf ihren zahlreichen Reisen nach China für die Stiftung erworben hat. Ein Land, welches mit Ende der Kulturrevolution einen radikalen Wandel der Gesellschaft durchlebt hat. Die Ausstellung geht der Frage nach, welche Bildsprachen die jüngere Generation von Kunstschaffenden auf der Suche nach der eigenen Identität und dem eigenen Selbstverständnis entwickelt haben. Wie kann Fotografie die Lebensrealität des Einzelnen angesichts eines gesellschaftlichen Umbruchs erzählen? Die Werke berichten von den Erfahrungen der Künstler*innen selbst und bieten euch einen Einblick in die alltäglichen Lebensformen einer jungen, chinesischen Generation.


Die letzten Dinge – Von ganz unten

Laufzeit bis 28. Oktober 2020
Galerie Guardini90

Noch immer sterben tausende Menschen im Mittelmeer beim Versuch nach Europa zu fliehen. Die Menschen verschwinden zwar in den Tiefen des Ozeans, doch sie verschwinden nicht spurlos. Die Ausstellung Die letzten Dinge – Von ganz unten zeigt die Fotografien des italienischen Fotografen Mattia Balsamini, der die letzten Besitztümer der Ertrunkenen fotografierte. Zu sehen sind Dinge wie Süßigkeiten oder Tabletten, durch das Wasser verblichene Fotos oder persönliche Glücksbringer. Alltägliche Dinge, wie sie jede*r von uns bei sich trägt. Diese bewegenden Hinweise, die vom Leben der häufig anonymen Opfer erzählen, wurden im Wrack eines 2015 gesunkenen Bootes gefunden und von Mattia Balsamini für die Forensik in Mailand fotografiert.

© Mattia Balsamini

Die Sonne um Mitternacht schauen

Laufzeit bis 1. August 2021
Lenbachhaus

Das Lenbachhaus zeigt in der neuen Werkschau Die Sonne um Mitternacht schauen unter anderem erstmals zu sehende Neuerwerbungen und Schenkungen der letzten Jahre. Dabei handelt es sich um Werke der Gegenwartskunst, die seit 1958 bis heute entstanden sind. Zu sehen sind ausschließlich weibliche Positionen, die sich mit Körpern, Gleichberechtigung, Identität und Sexualität auseinandersetzen. Zum einem werden Künstlerinnen wie Valie Export, Cindy Sherman oder Katharina Sieverding, die bereits seit Jahrzehnten den feministischen Kunst-Diskurs vorantreiben gezeigt, zum anderen könnt ihr junge feministische Positionen wie Flaka Haliti oder Tejal Shah entdecken. Freut euch auf eine Versammlung von großartigen, generationsübergreifenden Künstlerinnen der Gegenwartskunst.

Annette Kelm, Institut für Zeitgeschichte-Archiv, Bestand Hannelore Mabry / Bayerisches Archiv der Frauenbewegung, Signatur ED 900, Box 531 / Box 403, Nr. 7 / Box 526 / Box 403, Nr. 2, 2014, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, © Annette Kelm, König Galerie Berlin / London / Tokyo

Zimmer frei 2020

Eröffnung 13. Oktober 2020, 19-24 Uhr
Laufzeit 13. Oktober bis 18. Oktober 2020
Hotel Mariandl

Ihr dürft euch freuen, denn das Kunstprojekt ‚Zimmer frei‘ findet auch dieses Jahr statt! Trotz der ungewöhnlichen Umstände verwandelt sich das Hotel Mariandl vom 13. bis zum 18. Oktober 2020 wieder in einen Off-Space für junge Künstler*innen. Naama Bergman, Jakob Egenrieder, Rachel Fäth/Vanessa Schmidt, Nico Kiese, Johannes Kronach, Boris Maximowitz, Hyun Sung Park, Aylin Neuhofer, Natalia Semenova, Panagiotis Veresses, Milena Wojhan und Lina Zylla werden jeweils ein Zimmer bespielen und dort ihre Kunst für die Besucher*innen zugänglich machen. Wie jedes Jahr könnt ihr hier junge künstlerische Positionen entdecken, die sich erst noch am Anfang ihrer Karriere befinden und von denen ihr bestimmt auch in Zukunft noch mehr hören werdet.

Titelbild: © euward 2010, Installationsansicht, Haus der Kunst, München / Foto: Euward Archiv, Atelier Augustinum