Kunst im Dezember

Kunst im Dezember

Es ist wieder soweit — Weihnachten steht vor der Tür! Wenn ihr zwischen all den Weihnachtsfeiern, Christkindlmärkten und dem jährlichen Geschenkemarathon noch etwas Zeit findet, dann haben wir hier ein paar Kunsttipps für euch. In der Kunsthalle, dem Bayerischen Nationalmuseum, dem Haus der Kunst, dem NS-Dokumentationszentrum und der Villa Stuck haben neue Ausstellungen eröffnet. Wir hätten da auch noch einen Geschenktipp für euch: Wie wäre es, anstatt etwas materiellem gemeinsame Zeit zu verschenken? Nehmt eure Liebsten mit ins Museum!


Innenleben 
Laufzeit bis zum 29. März 2020
Haus der Kunst  

Die vor kurzem eröffnete Ausstellung “Innenleben” versammelt die vier internationalen Künstlerinnen, Njideka Akunyili Crosby, Leonor Antunes, Henrike Naumann und Adriana Varejão im Haus der Kunst. Ausgehend von dem Innenraum, untersuchen die Künstlerinnen das Verhältnis von Innen und Außen. Dabei stehen die weitreichenden Auswirkungen globaler Vernetzungen im Fokus, welche heutzutage in unseren Alltag und in die Intimsphäre der Menschen vordringen. Angelehnt an das Sujet der Interieurmalerei sind Gemälde, Objekte und Installationen zu sehen, die uns das “Innenleben” als Interieur zeigen.  

Njideka Akunyili Crosby, Home: Say It Loud, 2017, Acrylic, transfers, colored pencil, charcoal and collage on paper 213.36 x 211.46 cm, 84 x 83 1/4 in © Njideka Akunyili Crosby, Courtesy the artist and Victoria Miro, London/Venice

Ingo Maurer intim | Design or what?
Laufzeit bis zum 18. Oktober 2019
Neue Sammlung in der Pinakothek der Moderne 

Der deutsche Designer Ingo Maurer ist für seine verspielten und poetischen Lampen, Leuchten und Lichtobjekte berühmt geworden. Die Neuen Sammlung widmet dem kürzlich verstorbenen Lichtkünstler nun eine ganze Ausstellung mit all seinen bekannten Klassikern. In der Überblicksschau “Ingo Maurer intim. Design or what?” sind von frühen Entwürfen bis hin zu aktuellen Leuchten eine große Vielzahl an Objekten, Modellen und Fotografien zu sehen. Wer interessiert ist an dem Spiel von Licht und Schatten, sowie Designobjekte zum Schmunzeln – der ist hier genau richtig. 

Ingo Maurer, Lucellino Wall, 1992. Birds Birds Birds, 1992 Foto: Anna Seibel

Tell me about yesterday tomorrow
Laufzeit bis zum 30. August 2020
NS-Dokumentationszentrum München

In der temporären Ausstellung “Tell me about yesterday tomorrow” wird zeitgenössische Kunst in einen Dialog mit der Erinnerungsarbeit des NS-Dokumentationszentrum gebracht. Zu sehen sind Werke von über 40 internationalen Künstler*innen. Vor dem Hintergrund der historischen Dauerausstellung, die sich mit der Geschichte (und Gegenwart) von Nationalismus in München auseinandersetzt, beschäftigen sich die Künstler*innen mit der Deutung von Vergangenheit und deren Relevanz in der heutigen Zeit. Das Wiedererstarken von Nationalismus, Rassismus oder Antisemitismus, die gewaltvolle Ausbeutung von Menschen und Natur oder die kulturellen wie politischen Auswirkungen von Krieg sind nur ein Bruchteil der behandelten Thematiken. Es wird deutlich: Der Blick in die Vergangenheit ist immer auch ein Blick nach vorne.  


M+M | Fieberhalle
Laufzeit bis zum 12. Januar 2020
Villa Stuck  

Die Ausstellung “Fieberhalle” wurde von dem Münchner Künstlerduo M+M (Marc Weis und Martin De Mattia) extra für die Atelierräume der Villa Stuck konzipiert. Herausgekommen ist eine labyrinthische Gesamtinstallation ihrer aktuellen Filmzyklen. Eine Filmarbeit besteht jeweils aus zwei Bildschirmen, die nebeneinander als Doppelprojektion gezeigt werden. Auf ihnen ist immer derselbe Protagonist zu sehen, der sich jeweils in kontrastiven emotionalen Situationen wiederfindet. In den Werken werden unterschiedliche Motive wie Gewalt, Mordlust, Zärtlichkeit, Sexualität oder familiäre Abgründe angesprochen. Keine Ausstellung für Zartbesaitete!


Treue Freunde | Hunde und Menschen 
Laufzeit bis zum 19. April 2020
Bayerisches Nationalmuseum  

Das Bayerische Nationalmuseum ist auf den Hund gekommen. In der neuen Ausstellung “Treue Hunde. Hunde und Menschen” dreht sich alles um den besten Freund des Menschen. Zu sehen sind über 200 Exponate, die von der Antike bis zur Gegenwart reichen. Dabei sind prominente Hundebesitzer wie Queen, Sisi oder David Bowie ebenso vertreten wie eine Pudel-Diamantbrosche von Grace Kelly oder Zeichnungen von Loriot. Von der ägyptischen Hunde-Mumie bis zum Hunderoboter ist wirklich alles dabei. Die perfekte Ausstellung für Hundeliebhaber! 


Hans Haacke
Vernissage 11. Dezember 2019, 18 Uhr
Laufzeit bis zum 07. Februar 2019

Zentralinstitut für Kunstgeschichte 

Das Kunstmagazin Monopol wählt ihn zum wichtigsten Akteur des Kunstbetriebes, er wurde vor kurzem mit dem Arnold-Bode-Preis der Stadt Kassel ausgezeichnet und ist ab dem 11. Dezember in München zu sehen: Hans Haacke. Berühmt geworden ist er für seine Kunst(markt)- und institutionskritischen Arbeiten und seinen Beiträgen zur documenta. Im Zentralinstitut für Kunstgeschichte können die Besuchenden nun weniger bekannte Arbeiten seines Frühwerks, in denen er die Trennung zwischen Natur und Kultur hinterfragt, betrachten. Zudem werden an der Fassade des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der NSDAP zwei Flaggen und ein Banner des Künstlers montiert. Die Arbeit “Wir (alle) sind das Volk” (2017) präsentiert sich in Regenbogenfarben und zwölf Sprachen – eine topaktuelle Arbeit am richtigen Ort!