Jakob Bruckner

Jakob Bruckner

Flüsternde Gitarrenklänge, eine Stimme, die in die tieferen Hautschichten dringt, ein blonder Lockenkopf, daneben ein kleinerer, brauner. Gestatten, Jakob Bruckner. Im Land’s End Pittenhart aufgewachsen, zieht Jakob Bruckner seit mittlerweile drei Jahren mit seinem Bruder und einem Gitarrenkoffer voller Träume durchs Land. Es reicht ihm eine bloße Straße als Bühne, stolz ist er auf die großen Locations. Seine Musik klingt nach der vollen Dröhnung Leben, der ewigen Sehnsucht des Ankommens und den vielen Stationen dazwischen. Vielleicht melancholisch, aber niemals traurig wird man mitgerissen auf eine Reise ans Meer, zu unendlichen Sommertagen und dem Glück am Leben zu sein.
Jakob Bruckner lebt seine Musik, jeden Ton, jedes Wort. Man nimmt sie ihm ab, trägt sie mit sich und vor allem wünscht man sich eines: Viel mehr davon.

Am 13.5. startet der junge Regensburger seine erste Deutschlandtour. Wir haben ihn zu diesem Anlass ein bisschen für euch ausgequetscht: über seine neue EP „Berg“, seinen Bruder Matti, die Liebe zu Berlin und den Soundtrack seines Lebens.

  1. Jakob! Deutschlandtour, was für ein Wort. Welche Gefühle verbindest du damit?

Verdammt, das Wort hats wirklich ganz schön in sich. Neben dem Stolz, der mich erfüllt wenn ich daran denke, sind da natürlich verdammt viele Zweifel. Die Angst, dass meine Musik niemanden interessiert und wir am Ende für eine Probe nach beispielsweise Münster gefahren sind ist auf jeden Fall präsent. Für uns ist jetzt aber der Punkt gekommen das einfach mal zu machen. Danach werden wir auf jeden Fall ein paar Erfahrungen reicher sein.

2. Deine Crowdfunding Aktion war ein riesiger Erfolg – auch ein großes Zeichen seitens deiner Fans. Wohin fließt das Geld nun?

Ist auf jeden Fall ein großer Liebesbeweis unserer Fans der uns mit neuem Schwung erfüllt hat. Das Geld fließt in erster Linie in die Produktion, da ist der größte Teil schonmal weg. Was übrig bleibt geht für Videodrehs und Promotion drauf.

3. „Berg“ wurde in einem Studio in Berlin aufgenommen. Wie muss man sich so einen Studiotag vorstellen?

Wir haben Berg im Studio von Micha Haves in Prenzlauer Berg aufgenommen. Mit ihm und David Jürgens haben wir die Platte produziert. Wir hatten ja nur eine Woche um alles aufzunehmen, und diese Zeit hatte es wirklich in sich. Neben dem Schlafmangel und dem drückenden Examen ist das natürlich auch eine sehr emotionale Angelegenheit die eigenen Songs aufzunehmen. Man verabschiedet sich von vielen Vorstellungen, muss schwierige Entscheidungen treffen und meißelt in Stein was vorher die Freiheit der Gedanken genoss. Das ist schon aufreibend. Hinzu kommt, dass wir alles in einem Raum aufgenommen haben und teilweise 6 Leute waren (mit Bernie unserem Filmer, und Benni der Holzbläserklasse), samt Koira, einer liebenswerten und sehr dickköpfigen Hündin. Das war manchmal sehr anstrengend und manchmal sehr lustig. Die Enge hatte aber auch etwas sehr inspirierendes. Micha hatte in dem ganzen Raum Mikros aufgestellt, so dass man an Ort und Stelle ins Instrument greifen und sofort aufnehmen konnte. Das hat das Arbeiten sehr intuitiv und kurzweilig gestaltet.

5. Welche drei Dinge dürfen in deinem Bandgepäck nicht fehlen?

1. Matti: Ich hätte ohne ihn schon lange hingeschmissen. Wir haben wirklich viel Zeit und Arbeit in dieses Projekt investiert, hätte ich das alles alleine stämmen müssen wäre ich an Zweifeln und Einsamkeit zugrunde gegangen. Geteiltes Leid ist halbes Leid, und die ganzen schönen Erfahrungen sind nur so gut weil wir sie teilen.
2. Meine Lakewood M32 mit Zederndecke. Ich liebe diese Gitarre und will keine Gigs mehr ohne sie spielen.
3. Kaffee. Literweise Kaffee.

6. Welche Band würdest du dieses Jahr gerne noch supporten?

Die Monday Tramps. Ich liebe diese verpeilten Typen.

8. Welche drei Songs beschreiben den Soundtrack deines Lebens?

1. Die Höchste Eisenbahn: Beschweren
2. Niels Frevert: Waschmaschine
3. Frank Zappa: Cosmik Debris

9. Jakob Bruckner ohne Matti Bruckner wäre … 

… Lehrer!

10. Du bist nun mit deinem Studium fertig (herzlichen Glückwunsch!) War’s das nun mit Regensburg? Wohin verschlägt es dich als nächstes?

Ich muss wirklich sagen, dass ich mich in der Studiozeit und bei den vereinzelten Besuchen davor sehr in Berlin verliebt hab. Da trifft man einfach verrücktere Typen. Durch die Vielfalt an Menschen die sich dort sammelt wird dem eigenen Standpunkt öfter Parade geboten. Man betrachtet die Welt sofort aus anderen Perspektiven und das ist für das künstlerische Schaffen ja mehr als inspirierend. Allerdings taugt mir Regensburg gerade viel zu gut um von dort wegzuziehen. Zwischen diesen beiden Städten wird dieses Jahr gependelt!

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Titelbild: © Bernhard Schinn