Isar-Schlauchboot-Tour für Anfänger

Endlich! Der Sommer ist in München angekommen. Das bedeutet warme Abende im Biergarten, Füße baumeln im Eisbach und Schlange stehen an den besten Eiscafés der Stadt. Und wenn es so heiß ist, dass wir uns maximal zum nächstgelegenen Ventilator bewegen wollen, dann herrschen genau die richtigen Rahmenbedingungen für eine Schlauboot-Tour auf der erfrischend-kalten Isar. Wir haben für Schlauchboot-Einsteiger die wichtigsten Infos zusammengetragen, damit ihr sicher von A nach B kommt und das Ökosystem Isar möglichst schonend behandelt.

Ein paar Hinweise zu Beginn:

Ja, eine Bootsfahrt, die ist lustig. Stimmt schon. Trotzdem möchten wir zunächst darum bitten, dass ihr auf euch und auf die Natur Acht gebt.

Die Isar und die Ufergebiete sind an vielen Stellen Naturschutzgebiete, bitte respektiert deshalb Schilder und Absperrungen, die das Anlegen verbieten. Lasst Tiere und Natur in Frieden und nehmt euren Müll wieder mit nach Hause – der hat in und um die Isar herum nichts verloren. Die Isar und ihre Bewohner haben mit dem Schlauchboot-Tourismus zu kämpfen, deshalb beachtet unbedingt geltende Regeln. Aktuell wird über stellen- und saisonabhängige Bootsfahrverordnungen diskutiert, die die Isar, die Pflanzen und Tiere vor zu viel Bootsverkehr bewahren sollen.

Außerdem bedenkt bitte, dass es sich bei der Isar um ein fließendes Gewässer handelt: Strömungen, Strudel und Hindernisse unter Wasser sind nicht immer offensichtlich und können gefährlich werden. Gerade wenn es viel geregnet hat, kann der Fluss eine sehr starke Strömung haben. Wenn es stürmisch war, liegen allerlei Äste im Wasser und können die Fahrt schnell beenden. Nutzt also den Wetterdienst, checkt den Isarpegel und mögliche Befahrungsverbote und wendet den gesunden Menschenverstand an, bevor ihr euch ins Wasser begebt. Und vertagt bei Hochwasser und schlechtem Wetter eure Bootstour unbedingt!

Eigentlich offensichtlich, aber gerne vergessen: Wenn die Sonne knallt, kann es ohne Schutz und ausreichend Trinkwasser schnell ungemütlich werden – schließlich seid ihr mehrere Stunden auf dem Wasser unterwegs und Schatten ist da Mangelware.

Schlauchboot

Das braucht ihr:

Zunächst braucht ihr natürlich ein Schlauchboot und Paddel (keine lustigen Schwimminseln ohne Paddel, damit kommt ihr nicht weit). Wer keines besitzt, kann relativ günstig Boote beim Onlineversandhaus seines Vertrauens erstehen. Je günstiger das Modell, desto unentbehrlicher sind Flickzeug und gute Nerven. Das solltet ihr aber auch beides dabei haben, wenn ihr Kapitän eines Premium-Boots seid. Alternativ können Schlauchboote auch bei verschiedenen Anbietern geliehen werden (bspw. isar-piraten.com oder bavariaraft.de).

Dann braucht’s natürlich das Offensichtliche: Badezeug, Handtuch, Klamotten für danach, Essen und Trinken (man ist mehrere Stunden unterwegs und sollte entsprechend versorgt sein), Sonnencreme und Kopfbedeckung. Trick 17 sind alte Stoffschuhe – an manchen Stellen muss man das Boot im Wasser ziehen und mit offenen Schuhen läuft es sich schlecht auf steinigem Isarboden. Gute Idee: Ein altes Handy statt des neuen Smartphones einstecken. Wer nicht oder nicht gut schwimmen kann, sollte an eine Schwimmweste denken und ein kleines 1. Hilfe-Set ist sowieso nie falsch bei Ausflügen in die Natur. Und: Mülltüten für den anfallenden Müll finden wir auch eine sehr gute Idee!

Jetzt solltet ihr eigentlich weitestgehend ausgestattet sein – alles das packt ihr am besten in eine wasserdichte Tasche (oder in eine Tasche und die wiederum in einen Plastikbeutel) und bindet diese an eurem Boot fest – für den Fall der Fälle…

So kommt ihr hin:

Öffis versus Auto. Beides hat seine Vor- und Nachteile. S- und U-Bahn ist mit mehr Geschleppe verbunden. Wer mit dem Auto fährt, muss mehr koordinieren: Wie kommt man wieder zurück zum Auto? Wer passt solange auf das Boot auf? Auto finden wir letztlich stressiger und empfehlen darum die S-Bahn. Ist auch gut für die Muckis.

Schlauchboot

Die Route:

Gute Einstiegsstellen findet ihr in Icking oder in Wolfratshausen, wo ihr entspannt mit der S-Bahn hinkommt. Von dort braucht ihr circa fünf bis sieben Stunden bis zum Endpunkt in Thalkirchen – ab dort herrscht Befahrungsverbot.

Die Isar fließt zunächst durch das wunderschöne Naturschutzgebiet Pupplinger Au, liefert aber auch schon schnell das erste Hindernis: Das Ickinger Wehr sollte man linkerhand umtragen. Es gibt zwar (auch links) eine Bootsrutsche, die ist aber nicht zu unterschätzen und eigentlich auch nicht für den Schlauchbootverkehr gedacht. Danach wird es aber erstmal schön ruhig und wenn man die anderen Schlauchboote ausblendet, fühlt man sich fast wie in Kanada. Bei Kiesstränden, Wäldern und Bergblick möchte man eigentlich schon mit einer Rast anfangen. Wer direkt anlegen möchte, sollte auf die Schilder achten, die Brutplätze ausweisen und das Betreten verbieten.

Nach der Pupplinger Au kommt schon bald das erste Wehr. Dort müsst ihr in den linken Kanal paddeln und das Wehr dann umtragen. Wo ihr euch mit eurem Boot halten sollt, ist an solchen Stellen ausgeschildert und sollte beachtet werden – sonst landet ihr in einem Fabrikkanal. Es folgt das Kloster Schäftlarn (wer also seine Brotzeit vergessen hat, kann hier reinhauen) und noch mehr tolle Aussicht auf Kiesbänke und Wälder. Bei Buchenhain folgt das nächste Wehr, das dieses Mal rechts umfahren und umtragen werden muss.

Langsam nähert ihr euch nun schon München: Man passiert die Grünwalder Brücke und die Großhesseloher Brücke und entdeckt die ersten Bekannten, die sich auf den Kiesstränden sonnen. An der Großhesseloher Brücke wartet nochmal ein Wehr, das wieder rechtsseitig umtragen werden muss. Das Wasser wird nun teilweise schon ziemlich flach und man schubbert über den ein oder anderen Stein. Da hilft nur Augen auf im Bootsverkehr und die flachen Stellen so gut wie möglich umschippern.

Schluss ist dann an den Bootshäusern auf Höhe der Thalkirchner Brücke. Kurz vor Knapp muss man (an der Marienklausenbrücke) nochmal ein Wehr linkerhand umtragen. Alternativ gibt es dort eine Bootsrutsche, die aber für Könner gedacht ist und von Anfängern gemieden werden sollte. Wenn ihr in Thalkirchen angekommen seid bringt euch die U-Bahn bequem wieder nach Hause.

Das war’s mit hilfreichen Tipps und mahnenden Worten zu Sicherheit und Naturschutz. Jetzt seid ihr dran: Leinen los & die Tour genießen!


Photocredits: Christoph Baumann