Hörbuch- und Podcasttipps Januar

Hörbuch- und Podcasttipps Januar

Jap, im Winter wollen wir unsere Hände eigentlich gar nicht aus den Manteltaschen ziehen. Und ganz bestimmt nicht, um mühselig stundenlang das halbe Internet nach neuem Futter für die Ohren zu durchforsten. Hach, ein Glück, dass es sie auch diesen Monat wieder gibt — die neusten MunichMag Hörbuch- und Podcasttipps.

Regelmäßig höre ich für euch in die neusten Podcasts und grabe alte und neue Hörbücher aus. Was richtig gut gefallen hat landet hier! Ihr möchtet euer Gehörtes mit uns teilen? Dann schreibt mir an caro@munichmag.de. Sharing is Caring!


Hörbücher

Erfolg um jeden Preis: „Kill your Friends“ von John Niven

„Wo man singt, lass dich ruhig nieder.“ London,1997.

Die Musikwelt pulsiert und nicht einmal der allzeit greifende Party-Slogan „Sex, Drugs & Rock n‘ Roll“ scheint ihr als Motto gerecht zu werden. Mittendrin ist Steven Steelfox. Er ist A&R bei einer großen Plattenfirma, einer der das Geld scheffeln will, bis er nicht mehr weiß wie er es ausgeben kann. Einer, dem Musik rein gar nichts bedeutet, einer der Sex und Drogen jederzeit gegen Loyalität eintauschen würde. Wie weit geht er also um Plattendeals einzusacken?

John Niven ist nichts für schwache Nerven bzw. Ohren. Er provoziert, er schimpft, er übertreibt, er ist zynisch und nicht selten auch ordinär. Was er damit erreichen will ist einfach. Ein echter, unverblümter Blick hinter die Kulissen der Hitparaden, den Kampf um Plattendeals, die Erfolgsquoten von Bands. Zusätzliche Einflussfaktoren: Zufall, Geld, Manipulation. Glaubt man Niven, bzw. Steelfox (Niven war in den frühen 1990ern übrigens selbst Musikmanager), gleicht die damalige Musikwelt schon 1997 einer Industrie ohne Gesetz und Moral, dafür aber mit umso mehr Alkohol und Koks. Aber hört selbst!

Gibt’s dort: Audible
Hört man dann: Auf langen Autofahrten
Dauert so lang: 10 Std. 10 min.


Krimi-Stimmung: „Totenfang“ von Simon Beckett

Endlich mal wieder was für die Krimi Fans unter euch! „Totenfang“ ist bereits der 5. Fall unseres britischen Lieblingsanthropologen David Hunter. Dieses Mal verlässt er die englische Metropole London und ermittelt in den Backwaters von Essex, dort wo die Grenzen zwischen Wasser und Land, Ebbe und Flut, Schlamm und Erde, tot und lebendig wortwörtlich verschwimmen.

Seit über einem Monat ist der 31-jährige Leo Villiers spurlos verschwunden. Als an einer Flussmündung zwischen Seetang und Schlamm eine stark verweste Männerleiche gefunden wird, geht die Polizei davon aus, Leo gefunden zu haben. Der Spross der einflussreichsten Familie der Gegend soll eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt haben, die ebenfalls als vermisst gilt: Leo steht im Verdacht, Emma Darby und schließlich sich selbst umgebracht zu haben. Doch David Hunter kommen Zweifel an der Identität des Toten. Denn tags darauf treibt ein einzelner Fuß im Wasser, und der gehört definitiv zu einer anderen Leiche. Für die Zeit seines Aufenthalts kommt David Hunter in einem abgeschiedenen Bootshaus unter. Es gehört Andrew Trask, dessen Familie ihm mit unverhohlener Feindseligkeit begegnet. Aber sie scheinen nicht die einzigen im Ort zu sein, die etwas zu verbergen haben. Und noch ehe der forensische Anthropologe das Rätsel um den unbekannten Toten lösen kann, fordert die erbarmungslose Wasserlandschaft erneut ihren Tribut…

Fazit: Kein Geheimtipp, aber ein echtes Must-Hear — noch dazu ultralang und für Spotify-Mitglieder ganz umsonst.

Gibt’s dort: Spotify
Hört man dann: Sonntag, 20:15
Dauert so lang: 15 Std. 47 min.


Sommer 99: „Der Abfall der Herzen“ von Thorsten Nagelschmidt

Party like it’s 1999 gefällig?

Kurz vor der Jahrtausendwende feiert die BRD ihr 50-jähriges Bestehen, Tennisspielerin Steffi Graf teilt ihren Rücktritt vom Tennis mit, Gerhard Schröder regiert, die Sonnenfinsternis ist Spektakel für die Deutschen, der Krieg im Kosovo, Erdbeben in der Türkei, Kolumbien und dem Taiwan erschüttern die Bevölkerung. In „Der Abfall der Herzen“ rekonstruiert uns Ex-Muff-Potter-Sänger Thorsten Nagelschmidt den Sommer 1999. Nicht unbedingt den politischen Sommer, vielmehr den in abgefuckten Elektroklubs und Punkschuppen, den mit Mail statt Whatsapp, am Dorf, in der Stadt. Ihm gelingt es ebenso das klassische Roman-Genre zu durchbrechen wie die ominöse Stimmung vor dem Jahrtausendwechsel einzufangen.

»Wann hast du eigentlich aufgehört, mich zu hassen?«
»Als du mir den Brief geschrieben hast.«
»Was für einen Brief?«
Und er beginnt sich zu fragen, was er sonst noch vergessen hat von diesem Sommer 1999. Nagel lebte damals in seiner ersten WG, hielt sich mit Nebenjobs über Wasser und verschwendete kaum einen Gedanken an die Zukunft. Damals, als ein Jahrhundert zu Ende ging, man im Regional-Express noch rauchen durfte und nur Angeber ein Handy hatten. Dann änderte sich alles, plötzlich und unvorhergesehen verwandelte sich seine Welt in einen Scherbenhaufen. Thorsten Nagelschmidt hat einen Roman über Liebe, Freundschaft und Verrat geschrieben. Über einen letzten großen Sommer und die Spurensuche 16 Jahre später.

Gibt’s dort: Spotify
Hört man dann: Ganz egal. Hauptsache es wird gehört.
Dauert so lang: 11 Std. 28 min.


Podcasts

#allesbackspin: Der Backspin-Podcast

Backspin kennt manch einer von euch wahrscheinlich vor allem als ältestes HipHop und Graffiti-Magazin Deutschlands. Weil die Zeitschrift allerdings nur 4 Mal pro Jahr aufgelegt wird, hatte die Backspin-Redaktion einen, wie wir finden, ganz hervorragenden Einfall: einen Podcast. Die wöchentlichen Episoden behandeln zumeist, ähnlich wie das Magazin, Künstler-Portraits von Rapgrößen wie Marteria, MoTrip, OkKid, Casper oder Umse. Ergänzt wird das um spannende Einblicke in den Musikjournalismus, DJ Kultur, Festivals und Transnationalismus.
Lieeeeeeeben wir!

Gibt’s dort: Backspin, Youtube, Spotify
Hört man dann: In Einstimmung auf das nächste Konzert
Dauert so lang: ca. 1-2 Std.


We love Puls: Einfach machen – Podcast

Ein Podcast über Menschen, die genau das tun, was sie gerne machen würden. Was sie lieben.

Ähnlich der Mentalität des Bestsellers „Das Cafe am Rande der Welt“ beschäftigt sich der „Einfach machen“-Podcast unserer Münchner Lieblingsredaktion mit einer sehr besonderen Fragestellung: Was passiert, wenn wir einfach mal machen?

Marcel zum Beispiel, hat unendlich viele Möglichkeiten und ist trotzdem nicht da, wo er hinwill. Ein typischer „Millennial“ vielleicht. Aber: Marcel hat einen Traum — er will Schauspieler werden. Der junge Mann aus einem Kaff bei Dortmund will nach Hollywood, um zu lernen, aufzufallen und aufzutreten. Und das, obwohl er bis dahin noch nie auf einer großen Bühne gestanden ist. Der BR Podcast begleitet Marcel auf seiner Reise und erzählt in sieben Episoden, was passiert, wenn man es eben einfach mal macht.

Gibt’s überall wo’s Podcasts gibt!

Gibt’s dort: BR, Itunes, Spotify, Deezer
Hört man dann: Auf dem Weg ins Büro
Dauert so lang: 5 – 30 min