Hörbuch- und Podcasttipps für den November

Hörbuch- und Podcasttipps für den November

Heute haben wir Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer, Itunes & Co. Nur eine App braucht man, und schon trägt man alle Platten dieser Welt in der Hosentasche. Aber könnt ihr euch eigentlich noch erinnern, an euren ersten Walkman, euren ersten Discman? Als die Musik das Laufen lernte? Dieser Herbst könnte perfekt dafür sein, nostalgisch zu werden. Werft euer Kopfkino an und genießt: Die Hörbuch- und Podcasttipps im November!

Regelmäßig höre ich für euch in die neusten Podcasts und grabe alte und neue Hörbücher aus. Was richtig gut gefallen hat landet hier! Ihr möchtet euer Gehörtes mit uns teilen? Dann schreibt mir an caro@munichmag.de. Sharing is Caring!


Hörbücher

Ihr Urteil: „Terror“ von Ferdinand von Schirach

Man stelle sich folgendes Ausgangsszenario vor: Ein Terrorist kapert eine Maschine der Lufthansa und zwingt die Piloten, Kurs auf die mit 70.000 Menschen voll besetzte Allianz-Arena zu nehmen. Gegen den Befehl seiner Vorgesetzten schießt Koch, ein Kampfpilot der Luftwaffe, das Flugzeug ab, alle 164 Passagiere und Crewmitglieder sterben. Nun muss der Pilot sich vor Gericht für sein Handeln verantworten — und ihr seid die Richter, ihr müsst über Schuld und Unschuld urteilen. Macht ihn die Tat zum Verbrecher oder zum Helden?

Als „Helden“ bleiben im Gerichtssaal, wenn man das so sagen will, nur das Recht und die Moral. Aber wie verhalten sich Recht und Moral, wenn Menschenleben gegeneinander aufgewogen werden?

Gibt’s dort: Audible
Hört man dann: Sonntag, 20:15, wenn der Tatort nicht gefällt
Dauert so lang: 1 Std. 31 min.


Ein Aussteiger-Epos: „Into the Wild“ von Jon Krakauer

Christopher McCandless träumt schon lange davon die Welt zu verändern, ein anderes Leben zu führen als seine Eltern, denen er Heuchelei und Materialismus vorhält. 1990 begibt sich Christopher „Supertramp“ schließlich auf seine große Reise. Sein persönliches Terra incognita: Alaska. In den folgenden zwei Jahren trifft er auf Vagabunden, Hippies und Farmer, trampt, springt auf die Dächer fahrender Züge, paddelt mit dem Kanu bis zum Meer, entgeht mehrere Male knapp dem Tod. Nirgendwo bleibt er länger als zwei Monate. 1992 dann fand man Christopher McCandless‘ Leiche in der Wildnis von Alaska. Er hatte die Freiheit gesucht — und den Tod gefunden.

Eine wahre Geschichte der Reise eines Mannes, der Rebellion, Prinzipientreue, Naivität, Zielstrebigkeit und Scheitern vereint, und uns in seinem Scheitern seine letzten Worte eindringlich weitervererbt: „Happiness is only real when shared“

Gibt’s dort: Audible
Hört man dann: Auf Reisen, bei Fernweh
Dauert so lang: 7 Std. 5 min.


Vom Sinn des Lebens: „Veronika beschließt zu sterben“ von Paulo Coelho

»Veronika hatte beschlossen, an diesem schönen Tag in Ljubljana zu sterben, während bolivianische Musiker auf dem Platz spielten, ein junger Mann unter ihrem Fenster vorbeiging, und sie war glücklich über das, was ihre Augen sahen und ihre Ohren hörten. Noch glücklicher war sie, dass sie dies nicht noch weitere dreißig, vierzig oder fünfzig Jahre sehen musste, denn es würde sich abnutzen und zur Tragödie eines Lebens werden, in dem sich alles wiederholte und ein Tag dem anderen gleicht.«

Veronika will ihrem vierundzwanzigjährigen Leben ein Ende setzen, nicht aus Verzweiflung, sondern vielmehr aus Überdruss. Nach dem Selbstmordversuch erwacht sie in der Psychiatrie von Ljubljana, Ex-Jugoslawien. Als ihr der Chefarzt mitteilt, dass sie durch das eingenommene Gift ihr Herz schwer geschädigt und nur noch wenige Tage zu leben habe, entdeckt Veronika das Leben plötzlich neu. Sie lernt die Schicksale Anderer kennen, sie verliebt sich, überwindet Hemmungen, Grenzen, ihr selbst auferlegtes Schicksal. Wer vom Leben Abschied nehmen muss, sieht es mit neuen Augen.

Was von der eindringlichen Botschaft Coelho’s bleibt? „Lasst zu, dass euer wahres Ich sich manifestiert“, […] „Was ist das wahre Ich?“, […] „Das ist das, was du bist, und nicht das, was die anderen aus dir gemacht haben.“

Gibt’s dort: Thalia
Hört man dann: Bei Herbst-Melancholie
Dauert so lang: 5 Std. 55 min.


Podcasts


Podcast mit Kraftklub: Radio mit K

K wie Klub, K wie Kraft, K wie Karl-Marx-Stadt — K wie Kraftklub aus Karl-Marx-Stadt! Felix Brummer und Steffen Israel sind auch bekannt als „diese unmögliche linke Band“, die in ihrer Heimatstadt Chemnitz im September knapp 60.000 Menschen gegen Rechts versammelt hat. Diese unmögliche linke Band!

Frontsänger Felix und sein Kumpel Steffen übernehmen einmal im Monat für zwei Stunden die Studios von PULS und MDR. Sie liefern Anekdoten und Lieblingssongs, ganz nach ihrem Motto „Ein bisschen depressiv / Aber trotzdem entspannt / Denn glückliche Menschen sind nicht interessant.“ Sie erzählen was sie bewegt, sie politisieren, sie laden befreundete Musiker ein. Und wir mögen’s!

Gibt’s dort: Youtube
Hört man dann: Wenn die Festival-Saison noch auf sich warten lässt
Dauert so lang: ca. 2 Std.


Unsere tägliche Portion Diskussion: SWR 2 Wissen

Wir sollen und wir wollen mehr wissen. Und „mehr Wissen“ gibt es ab sofort jeden Morgen im SWR 2 Podcast! Die Themen aus Wissenschaft und Gesellschaft sind dabei so vielfältig, dass immer was für uns dabei ist, die Episoden so kurz, dass wir sie ohne Probleme in unseren Tagesablauf integrieren können. Meine aktuellen Lieblingsepisoden:

1. Ziemlich beste Freunde? Freundschaft in digitalen Zeiten
2. Aula: Die lyrische Hausapotheke: Über die Wirkung von Gedichten
3. Denken in Bewegung – Wie unser Gehirn die Welt versteht

Gibt’s dort: Itunes, Spotify
Hört man dann: Morgens, beim Duschen und Zähneputzen!
Dauert so lang: 5 – 30 min