Hörbuch- und Podcasttipps August

Hörbuch- und Podcasttipps August

Und schon ist’s wieder August. Dieser Monat, irgendwo zwischen unerträglichen Nächten in Dachgeschosswohnungen und aufziehender Spätsommermelancholie. Lieber August, dies ist eine Ode an dich. Hiermit widmen wir dir – in latenter Melodramaturgie – die Sommerausgabe unserer Hörbuch- & Podcasttipps für den Monat August. 


Hörbücher

New York Times Bestseller: „Blue Mind“ von Wallace J. Nichols

Wallace J. Nichols lebt in Kalifornien und ist Meeresbiologe. Jeden Tag schwimmt er mehrere Kilometer im Meer und das nicht nur aus Berufsgründen, sondern weil er festgestellt hat, dass das etwas mit ihm macht. Mir persönlich geht es da sehr ähnlich. Wenn ich am Wasser bin, dann herrscht eine solche Anziehungskraft zwischen mir und diesem unergründlichem Blau, dass ich mich oft frage: Was haben wir Menschen für ein Verhältnis zum Wasser? Wieso schaue ich so gerne darauf? Wieso beruhigt es mich?  Wallace J. Nichols liest darüber und macht „Blue Mind“ zu einem echten Sommer Must-Hear – Und einer echten Herzenshörbuch-Empfehlung.

»I wondered whether water is a mirror for our darker emotions as much as it is an engine for our happiness. Water quiets all the noise, all the distractions, and connects you to your own thoughts. We are like islands in the sea, separate on the surface but connected in the deep.«

Gibt’s dort: Kobo (Kostenloses Probeabo)
Hört man dann: Am Wasser!!!
Dauert so lang: 9 Std. 20 min.


Biografie einer Generation: „Eine Insel nur für uns“ von Adrian & Nina Hoffmann

Aussteigen auf Zeit, Sabbatical, Weltreise, Abenteuer, Backpacking – Unsere Generation schreit danach, atmet dafür, strebt danach. Filme wie „Weit“, „Into the Wild“ oder „Expedition Happiness“ nehmen uns mit in diese Welt von der wir vorm Einschlafen träumen, „Eine Insel nur für uns“ bemalt uns diese Träume mit Farbe. Nina und Adrian Hoffmann haben ein Jahr lang auf einer kleinen Insel im Königreich Tonga gelebt, sich dort ihr eigenes Königreich geschaffen. Sie erzählen eine sehr echte, unverblümte Geschichte von den kleinen und großen Abenteuern, vom Früchte sammeln und vom Fischen, von Naturgewalten, Krankheiten und Glück, vom Alltag und der Einsamkeit.

»Mitten im weiten Ozean, mitten im Nichts. Ein kleines Sandkorn auf der Seekarte, auf den meisten Karten nicht einmal vermerkt. Unerreichbar für jeden, der nicht um ihre Existenz weiß. Sie ist etwa vierhundert mal hundert Meter groß.«

Gibt’s dort: Audible (Kostenloser Probemonat möglich)
Hört man dann: Bei Fernweh
Dauert so lang: 8 Std. und 57 Min.


Literarische Komödie: „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf

„Tschick“ ist ein Jugend- und Abenteuerroman, nicht nur für die Jugend, und nicht nur für die Abenteurer, sondern für jeden, in dem ein kleiner Tom Sawyer, ein großer Huckleberry steckt. Wolgang Herrndorf erzählt in „Tschick“, gelesen von Hanno Koffler, von einem Aufbruch, einer Freundschaft und einer Rückkehr, während vor unserem geistigen Auge ein Road-Movie spielt und sich eine Coming-of-Age-Story erstreckt. „Tschick“ ist es eine wirklich großartige Geschichte, ganz egal wie alt man ist.

»Maik ist vierzehn, hat gerade die siebte Klasse Gymnasium in Berlin-Marzahn hinter sich, und vor ihm erstreckt sich die Unendlichkeit von zwei Wochen Sommerferien allein zu Hause. Die Mutter ist auf einer „Schönheitsfarm“, so das familiäre Codewort für ihren regelmäßigen Alkoholentzug, und der Vater ist derweil mit seiner hübschen Assistentin zu einem ausgedehnten „Geschäftstermin“ aufgebrochen. Maik hat er zweihundert Euro dagelassen und die Anweisung, „keinen Scheiß zu machen“.«

Gibt’s dort: Spotify
Hört man dann: Beim Radl oder Bahn fahren
Dauert so lang: 1 Std. 14 min. (Gekürzte Hörbuchversion zum Film)


Podcasts


Podcast zur Entstehung eines Albums: „Fynn Kliemann – Nie

„Nie“ sollte eigentlich nie fertig werden – und ist es doch. Über Jahre hinweg hat Fynn Kliemann, seines Zeichens Heimwerker, Youtuber, Hofbesitzer, Unternehmer (&&&…) alleine Musik gemacht. Er hat hunderte Songs geschrieben und am Klavier begleitet ohne Klavier spielen zu können, einen Plattenvertrag bekommen und abgesagt. Eine Platte gibt es jetzt trotzdem, und auch den passenden Podcast dazu, aber alles ist eben so anders als sonst. Fynn hat ein eigenes Label gegründet, er wird sein Album nur ein einziges Mal physisch produzieren, keine Live-Auftritte spielen. Er hat alles, aber wirklich alles was diese Platte betrifft selbst gemacht, von den Songs, über die Videos, bis zum Artwork und der Website, den Booklets, wirklich ALLES. Der dazugehörige Podcast „NIE“ ist dabei genauso selfmade, sympathisch und ehrlich wie der Rest dieses Projekts. Fynn erzählt halt einfach. Von den Kosten, dem Video zu seiner Single in dem er 45 Freunde tätowiert hat, seiner einzigartigen Marketingstrategie, wie man ein Label gründet. Ehrlicher wird Musik nicht!

Gibt’s dort: Spotify
Hört man dann: Beim Autofahren
Dauert so lang: 30-60 min. pro Episode


Die weite Welt des Hörbaren: „Viertausendhertz“

„Viertausendhertz“ ist keiner dieser Podcasts, der von flachem Sex-Talk lebt und es ist auch keiner der nur informiert. Es ist sowieso nicht irgendEIN Podcast, sondern eine ganze Sammlung verschiedener Serien, sowas wie das Netflix der Podcastszene. Da gibt es Folgen, die nennen sich Mikrodilettanten, Serien, Systemfehler, Elementarfragen, Durch die Gegend, Frequenz, Nur ein Versuch, Einschnitte, Klangpflaster. Hinter jeder dieser Rubriken verstecken sich Radioredakteure und das was sie eben gerade bewegt: die weite Welt des Hörbaren.

Übrigens: Töne mit einer Frequenz von 4000 Hertz nimmt das menschliche Ohr besonders intensiv wahr.

Gibt’s dort: Apple, Spotify
Hört man dann: Zum Einschlafen und Aufstehen
Dauert so lang: 20 – 120 min. pro Episode


HipHop Crime-Story: „Das allerletzte Interview“

Charlotte Mellahn, auch bekannt als Visa Vie, zählt zu den bekanntesten Musikjournalistinnen und Moderatorinnen der deutschen Rap- und HipHop-Welt. In „Das allerletzte Interview“ verpackt sie ihr Szenenwissen, ihre Erlebnisse bei den großen HipHop-Magazinen und ihre Erfahrungen mit Sexismus in 10 Folgen Crime-Podcast. Sie hat selbst geschrieben und selbst gelesen, und was dabei rausgekommen ist, hört ihr euch am besten selbst an!

Darum geht es: Clara plant einen Mord. Sie möchte den erfolgreichsten Rapper Deutschlands umzubringen. Dafür schleust sie sich in ein deutsches Hiphop-Magazin ein und arbeitet als Journalistin, um ihren Plan wahr zu machen. Obwohl sie keine Ahnung von Deutschrap hat, interviewt sie Szenegrößen und kommt ihrem allerletzten Gesprächspartner immer näher.

Gibt’s dort: Spotify
Hört man dann: Auf dem Arbeitsweg
Dauert so lang: 30 min. pro Episode


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