Münchner Macher: hejhej-mats — „Die Idee einer vollständig nachhaltigen Yogamatte ließ uns nicht mehr los“

Münchner Macher: hejhej-mats — „Die Idee einer vollständig nachhaltigen Yogamatte ließ uns nicht mehr los“

Die perfekte Yoga-Matte sollte rutschfest und nicht zu dünn sein. Und am besten auch noch gut aussehen. Sonst noch was? Ja, sie sollte eigentlich auch nachhaltig hergestellt werden. Das finden zumindest die beiden Gründerinnen von hejhej-mats, Anna Souvignier und Sophie Zepnik.

Anna und Sophie sind selbst beide begeisterte Yogis. Irgendwann stellte sich den beiden aber die Frage, warum die sonst so achtsam-lebenden Yogis ihre Routine immer noch auf Plastikmatten praktizieren. Es musste doch eine bessere Lösung geben. Und das tut es auch. Hejhej-mats war geboren und damit auch eine Yoga-Matte aus Schaumstoff-Resten — genauer aus Schnittresten, die bei der Schaumstoffproduktion anfallen. Rund 1 kg dieser Schnittreste braucht es für eine neue Matte. Aber der Kreislauf endet hier nicht. Denn hejhej-mats nimmt seine Matten auch zurück, wenn sie nach rund drei Jahren an Form und Rutschfestigkeit verlieren — was übrigens bei Yoga-Matten normal ist. Und auch diese Yoga-Matten werden dann — ihr ahnt es schon — wieder recycelt und zu neuen Matten verarbeiten. Closed-loop nennt sich dieser Kreislauf, der auf der Seite von hejhej-mats auch sehr übersichtlich dargestellt ist. Produziert wird übrigens in Deutschland. Gute Idee, über die wir von den beiden Münchner Macherinnen mehr wissen wollten.


Nachhaltigkeit spielt in der Philosophie von Yoga ja eigentlich eine große Rolle — bei den Yoga-Matten allerdings bis jetzt eher weniger. Wie wollt ihr das ändern?

Genau, beim Yoga geht es um Achtsamkeit. Einerseits soll man mit sich selbst achtsam umgehen, man soll aber auch die Umgebung und die Umwelt achtsam wahrnehmen. Prinzipiell passen also Yoga und Nachhaltigkeit super gut zusammen und viele Yogis leben auch bereits einen sehr nachhaltigen Lebensstil. Sie radeln in die Yogastunde, trinken aus Glasflaschen — aber irgendwie denkt einfach keiner an die Yogamatte. Bei Anna und mir war das genauso. Indem wir nun unsere Geschichte erzählen, möchten wir andere Yogis einfach auch darauf aufmerksam machen und ihnen mit unseren hejhej-mats eine nachhaltige Yogamatte anbieten.

@Christin Schwarzer Photography
Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Die Idee kam uns während unseres Master Studiums in Schweden. Genau wie oben beschrieben, war uns Nachhaltigkeit super wichtig. Wir studierten Nachhaltigkeitsmanagement und haben auch privat versucht, so nachhaltig wie möglich zu leben. An die Yogamatte haben wir aber tatsächlich auch noch nie gedacht. Eines Tages besuchten wir ein Museum in Göteborg und die türkische Künstlerin Pinar Yoldas prangerte genau das Verhalten an. Sie hinterfragte Yogis, die eigentlich denken, nachhaltig zu leben und dann trotzdem Yoga auf einer Plastikmatte machten. Seit diesem Tag ließ uns die Idee einer vollständig nachhaltigen Yogamatte nicht mehr los.

Wie ist das Feedback aus der Yoga-Community, in der die Yogamatten-Frage ja manchmal einer Glaubensfrage gleicht?

Das Feedback ist wirklich super gut. Die allermeisten fühlen sich genauso wie wir kurz ertappt und sind dann sofort total begeistert von unserer Idee, billige PVC Matten mit recycelten, in Deutschland produzierten Yogamatten zu ersetzen. Wir freuen uns darüber auch wirklich total, denn es zeigt uns einfach, dass viele Yogis genauso eine Matte lange gesucht haben oder eben nun gerne kaufen würden.

@Christin Schwarzer Photography
Wo kann man eure Yoga-Matten kaufen? Und kann man sie auch mal irgendwo testen?

Bisher kann man sie in unserem eigenen online Shop www.hejhej-mats.com kaufen. Wir sind immer wieder auf verschiedenen Events, wo wir unsere Matten zum Testen natürlich mitnehmen.

Was sind eure Pläne? Vielleicht weitere nachhaltige Yoga-Probs?

Weiteres nachhaltiges Yoga Equipment ist auf jeden Fall geplant. Wir haben unsere Matten aber ja eben erst gelaunched und möchten uns jetzt Anfangs auch hierauf fokussieren.

Und last but not least: Euer liebster Yoga-Ort in München?

Im Sommer waren wir ab und zu im alten Nordfriedhof. Ein super schöner und ruhiger Ort für Yoga.


Mehr Infos zu hejhej-mats
Eine Matte kostet rund 129 Euro.