Warten auf Morgen

Beschreiben lässt sich die Aufführung perfekt mit einem Zitat aus einem berühmten Blumentopf Song:“Jo wir warten. Ständig irgendwo und verschwenden soviel Zeit. Wir warten. Fragen uns wann ist es endlich soweit.

Auf die Inszenierung müsst ihr heute Abend im Rationaltheater natürlich nicht warten, denn diese wartet bereits auf euch:

WARTEN AUF MORGEN

Manche können nicht warten. Andere warten dafür ewig. Aber alle warten mal. Und alle warten anders. Entspannt, ungeduldig, lange, auf einen Sinn, auf ein Ergebnis, auf den Aufzug, auf die Aufenthaltsgenehmigung, neun Monate, einen Kaffee oder ein Leben lang. Wir warten auf bessere Zeiten, auf die U-Bahn, einen Sitzplatz oder gute Nachrichten. Begrenzt und überschaubar erscheint uns die Alltagswartezeit in der Supermarktschlange, an der Bushaltestelle, auf die Mittagspause. Quälend wirkt die Ungewissheit, wenn das Warten nicht enden will.

Zeitverbringen und Erwarten verbinden uns Menschen. Oberflächlich eint uns der Versuch, Sinn in ein abstraktes Maß zu bringen. Und doch kann sich eine den Luxus leisten, nicht warten zu müssen, wo des anderen Zukunft ungewiss, vom Warten abhängt. Warten auf Morgen möchte diese Grenzen zwischen Reichtum und Armut, Macht und Ohnmacht aufgreifen und beleuchten, wo und mit welcher Konsequenz Zeit und Geld ineinander fließen – anhand eines Zustands kleine wie große soziale Themenkomplexe verhandeln.

Die Inszenierung Warten auf Morgen untersucht dabei das Warten aus verschiedenen Perspektiven, dialogisiert die Zusammenhänge von Flucht und Migration und dem Umgang mit der Zeitverfluggeschwindigkeit in der gegenwärtigen Gesellschaft.