„Uncanny Valley“ in der Kammer 4

Die Türen des Theaters sind zwar geschlossen, doch die Münchner Kammerspiele stellen jeden Tag um 18 Uhr einen Auszug einer Inszenierung aus dem Spielplan online. Der Mitschnitt ist dann 24 Stunden lang verfügbar, bevor es einen neuen gibt. Theater für zu Hause — kostenlos für euch! Heute könnt ihr „Uncanny Valley“ von Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) und Thomas Melle sehen:

Thomas Melle lädt ein zu einem Abendvortrag über Unstetigkeit. Doch wer spricht und was ist sein Programm? Für „Unheimliches Tal“ kopiert Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) den Schriftsteller Thomas Melle („Die Welt im Rücken“) in Form eines humanoiden Roboters und fragt: Was geschieht, wenn ein Mensch kopiert wird? Kommt das Original sich durch sein elektronisches Double näher? Technik übernimmt allerlei lästige Arbeitsschritte, und wird nun auch auf der Theaterbühne erprobt: Was, wenn anstatt des Vortragenden ein humanoider Roboter auftreten würde? Wird der Roboter zu einem Darsteller, dessen Mimik, Gestik und Sprache womöglich Empathie auslösen könnte – doch Empathie mit wem? Mit Melle selbst, der ja nicht mehr da ist, oder doch schon mit dem Roboter? Wer spricht im unheimlichen Tal? Thomas Melle gibt die Kontrolle ab. Das animatronische Double übernimmt und fragt selbst Abend für Abend: Was bedeutet es für das Original, wenn die Kopie übernimmt?