Offener Rundgang durch das ehemalige Zwangsarbeiterlager Neuaubing

Wer Lust hat, sich am Sonntag mit etwas deutscher Geschichte zu beschäftigen, der kann am offenen Rundgang durch das ehemalige Zwangsarbeiterlager Neuaubing teilnehmen. Das Thema ist natürlich ein sehr ernstes und deswegen ist es wichtig, sich damit auseinander zu setzen. Darum genau geht es bei dem Rundgang:

13 Millionen Menschen mussten während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeit für das NS-Regime leisten. Allein in München gab es etwa über 150 000 ausländische Arbeitskräfte, die zum großen Teil in einem von mehr als 450 Lagern und Unterkünften im Stadtgebiet untergebracht waren.Ein ehemaliges NS-Zwangsarbeiterlager ist noch fast vollständig erhalten. Es wurde 1942 von der Reichsbahn am Rand des Stadtteils Neuaubing errichtet. Als bauliche Zeugen der massenhaften Ausbeutung stehen die acht erhaltenen Baracken unter Denkmalschutz. Es ist der einzige erhaltene Lagerkomplex dieser Art in Süddeutschland. Während des Zweiten Weltkriegs lebten hier etwa 1 000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion, Polen, Italien, den Niederlanden, Frankreich und Tschechien, darunter auch zahlreiche Kinder und Jugendliche. Sie verrichteten schwere körperliche und „kriegswichtige“ Arbeit im nahe gelegenen Ausbesserungswerk der Reichsbahn. Das NS-Dokumentationszentrum München wird in Neuaubing einen Erinnerungsort einrichten. Angela Hermann und Paul-Moritz Rabe zeigen bei einem Rundgang über das Gelände die Spuren der Vergangenheit, erzählen die Geschichte des Ortes und der dort untergebrachten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.