Claire

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Sie sind zurück! Das Münchner Quintett Claire um die Sängerin Josie-Claire Bürkle bringt mit „Tides“ ein neues Album heraus – drei Jahre nach dem gefeierten Debüt „The Great Escape“, das mit tanzbarem Electro-Pop und Hits wie „Games“ und „The Next Ones To Come“ begeistern konnte.
Die Tracks auf „Tides“ sind sphärischer und dramatischer als auf dem Vorgängeralbum. Genau wie eine zwischenmenschliche Beziehung, die für viele der Songs als Vorlage diente, lässt sich das Gesamtwerk „Tides“ nur schwer mit ein paar Worten fassen. Mal episch, oft tanzbar, mal für’s Kopfkino, mal pulsierend. Eine ganz eigene elektronische Claire-Soundwelt – das experimentieren hat sich gelohnt.

Wir waren ein bisschen neugierig und haben Josie und dem Rest der Crew ein paar Fragen gestellt – auch über ihre Lieblingsplätze in München.


Zwischen der Gründung eurer Band und dem Durchbruch mit eurem ersten Album „The Great Escape“ 2013 lag gerade mal ein Jahr. Im Anschluss habt ihr in ausverkauften Clubs gespielt und ward mit Woodkid und Bastille auf Tour. Konntet ihr euch schon an euren Erfolg gewöhnen oder ist das alles immer noch kaum zu fassen?

Wir hatten zum Start der Band und nach dem ersten Album nie wirklich Zeit uns mal hinzuhocken und zu realisieren was hier passiert. Alles ging sehr schnell und wir haben verrückte Dinge erlebt.  Nach dem Diebstahl unserer Instrumente mussten wir dann ja eine kleine Zwangspause einlegen. Hier hatten wir neben der Frustration auf einmal Zeit die letzten Jahre zu reflektieren und dann wurde uns auf einmal klar: „Wow, da sind ja wirklich krasse Sachen passiert.“ Es ist schwierig so etwas im Moment des Geschehens zu erkennen.

Was war für euch das Highlight der letzten paar Jahre, seit eurem Durchbruch?

Einer der schönsten Momente muss unser Trip nach Amerika zum SXSW gewesen sein. Es war für viele von uns auch das erste Mal Amerika und dann auch noch in so einer coolen Stadt wie Austin mit tollem Wetter und coolen Konzerten.

Am 7.4. wird euer zweites Album „Tides“ veröffentlicht. Wie unterscheidet es sich von eurem ersten Album? Welche Einflüsse haben für euch eine Rolle gespielt?

Das erste Album war vollgepackt mit Euphorie und blindem Aktionismus. Wir haben einfach gemacht. Mit dem Diebstahl und unserer EP „Raseiniai“ haben wir dann musikalisch mal eine neue Richtung eingeschlagen. Der Sound war verwundbar und wir hatten das Bedürfnis mit bestimmten Sachen abzuschließen. Das neue Album ist der Weg aus diesem Tief. Es greift unsere wiederentfachte Euphorie aus dem ersten Album auf und behält trotzdem den Ernst der EP. Es ist immer schwierig all unsere Einflüsse konzentriert zu formulieren. Wir sind 5 sehr unterschiedliche Individuen und jeder hat so bisschen seine eigenen Motive. Aber was uns alle defintiv beeinflusst hat, waren unsere Konzerte und andere Künstler live zu sehen und sich inspirieren zu lassen. Textlich war der größte Einfluß unsere Beziehungen zu Partnern, Familie oder Freunden die wir parallel zur Band pflegen.

Für die Produktion eures neuen Albums habt ihr euch den Briten Dave McCracken an Bord geholt, der unter anderem auch mit Florence & The Machine und den Scissor Sisters zusammengearbeitet hat. Wie ist es dazu gekommen und wie war die Zusammenarbeit?

Wir haben den Entschluss gefasst uns mal unter die Arme greifen zu lassen und haben uns mit verschiedenen Produzenten getroffen. Bei Dave hat es einfach sofort gepasst und kurze Zeit später flog er schon zu uns ins Studio. Es war ein tolles Erlebnis mit Dave zu arbeiten. Er ist nicht nur ein großartiger Musiker/Produzent, sondern auch ein herzensguter Mensch.

Gibt es einen eurer neuen Songs, den ihr ganz besonders mit München verbindet?

Während der Album Produktion waren wir eigentlich kaum in München. Unser Studio befindet sich etwas außerhalb und nah an den Bergen. Die Songs haben eher eine Verbindung zu bestimmten Personen in unserem Leben die hauptsächlich in München wohnen.

Ihr habt unter anderem in Austin, New York und in London Konzerte gegeben. Wie unterscheidet sich für euch das Publikum anderswo von dem Publikum in eurer Heimat Deutschland (und München)?

Man kann nicht wirklich große Unterschiede erkennen. Da wir im Ausland so gut wie unbekannt sind, mussten wir das Publikum erst für uns gewinnen. Das ist in New York genauso wie in Leipzig. Entweder es gefällt den Leuten oder nicht. In München haben wir bisher immer wahnsinnig tollen Support bekommen. Das haben wir vor allem unseren Freunden, Familien und auch lokalen Radiosendern zu verdanken.

Ihr seid mit der Band sehr viel unterwegs. Könnt ihr euch vorstellen, wo anders als in München zu leben und Musik zu machen?

Wir würden es nicht kategorisch ausschließen, aber im Moment sind wir happy hier.

Wo auf der Welt würdet ihr gerne mal ein Konzert geben?

Neuseeland.

Was hält euch in München und was sind eure Lieblingsorte in der Stadt?

Wenn man so viel unterwegs ist freut man sich einfach nach Hause zu kommen. Hier sind unsere Familien und Freunde. Nach einer ereignisreichen Zeit auf Tour ist das für uns super wichtig. Das ist so der größte Faktor der uns hier hält. Aber dazu ist München einfach auch eine wunderschöne Stadt. Unsere Lieblingsorte: Gärtnerplatz, Glockenbachviertel und das Schlachthofviertel (es würde eine sehr lange Liste werden, wenn man jeden Laden aufzählen würde).

In eurem Terminplan steht jetzt erst mal eine Tour quer durch Deutschland. Was kommt danach? Wohlverdienter Urlaub, Heimat oder neue Länder erobern?

Danach werden wir uns gleich auf die diesjährige Festival Saison vorbereiten. Was danach kommt ist gerade noch alles in der Planung und wir haben uns viel vorgenommen… auch neue Länder zu erobern.

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