Buchtipps April

Buchtipps April

Schönstes Accessoire zum Rumflätzen — egal, ob an der Isar, im Englischen Garten oder am Königsplatz — ein Buch! Yes, es muss nicht immer das Smartphone sein. Starrt mal wieder auf die Seiten von einem dieser Bücher oder allen dreien: Ihr werdet es nicht bereuen!


  1. Krimi: „Mitsommermord“ von Henning Mankell

Ich habe im zarten Alter von 10 Jahren begonnen Krimis zu lesen. Schuld daran war der schwedische Meister selbst  — Henning Mankell — und meine Eltern, die (Gott sei Dank) alle Bände im wohnzimmerlichen Bücherregal stehen hatten. Mit seiner Kriminalroman-Reihe um Kurt Wallander hat Henning Mankell eine Welt erschaffen, die nicht nur Millionen Fans gefunden und in unzählige Sprachen übersetzt, sondern auch mehrfach verfilmt wurde. Mein Liebling aus der Reihe ist Band 8 — „Mitsommermord“. Natürlich solltet ihr, falls ihr noch nicht mit Henning Mankell in Berührung gekommen seid, bei 1 anfangen. Eine Übersicht über alle Bände findet ihr hier.

Die Story:

Es sollte ein harmloses Rollenspiel werden, am 21. Juni 1996, ein kleines Verkleidungsritual in der mythenumrankten Mittsommernacht. Doch Wanderer schaudern, als sie Wochen später in einem Naturschutzgebiet auf die drei Jugendlichen stoßen, deren leblose Körper noch mit Miedern, Hemdkrausen und Perücken herausgeputzt sind. Bald ist es grausige Gewißheit: Sie wurden Opfer eines Verbrechens.
Fast zur gleichen Zeit wird Kommissar Wallanders geschätzter Kollege Svedberg mit zerschossenem Gesicht in seiner Wohnung aufgefunden. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Fällen? Kurt Wallander stürzt sich verzweifelt in die Ermittlungen. Dabei stellt er zu seinem Entsetzen fest, wie wenig er über seinen Kollegen weiß, mit dem er jahrelang zusammengearbeitet hat …

Preis: Taschenbuch, 9,95 Euro, 608 Seiten
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2. Gegenwartsliteratur/Wiederentdeckungen: „Von dieser Welt“ von James Baldwin

Hände hoch, wer von euch „kennt“ James Baldwin? Wem dieser Name durch Filme wie „I am not your negro“ nicht bekannt ist, hat noch einen Grund mehr, die Ohren zu spitzen. James Baldwin ist einer der bedeutendsten afroamerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Zentrale Themen seiner Werke sind Rassismus und Sexualität – schwere Themen, die James Baldwin zu schmerzenden Meisterwerken verpackt, die einen von der ersten Sekunde an packen und nachhallen, wann auch immer du fortan mit Rassismus oder Homosexualität in Berührung kommst.

Die Story:

John Grimes ist ein schwarzer, empfindsamer Junge aus Harlem, sexuell unschlüssig, seine einzige Waffe zur Selbstverteidigung ist sein Verstand. Aber was nützt es, von den weißen Lehrern gefördert zu werden, wenn der eigene Vater einem tagtäglich predigt, man sei hässlich und wertlos, solange man sich nicht von der Kirche retten lässt. John sehnt sich danach, selbst über sein Schicksal zu entscheiden, nicht sein Vater, den er trotz allem liebt, nicht ein Gott, den er trotz allem sucht. Als am Tag von Johns vierzehntem Geburtstag sein Bruder Roy von Messerstichen schwer verletzt nach Hause kommt, wagt John einen mutigen Schritt, der nicht nur sein eigenes Leben verändern wird.

Preis: Hardcover, 22 Euro, 320 Seiten
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3. Non-Fiction/Bildungsroman: „Die Welt im Rücken“ von Thomas Melle

Auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2016: Dieser Titel ist halb Sachbuch, halb Bildungsroman. Denn „Die Welt im Rücken“ behandelt ein Thema, über das wir zwar gerne oberflächlich reden, das aber in vielerlei Köpfen immer noch mit einem Stempel versehen ist: Depression, genauer gesagt bipolare Störung/manische Depression. Wer nach diesem Satz aufhört zu lesen, macht einen Fehler. In „Die Welt im Rücken“ wird ein Betroffener zum Autor, der seinen Kampf mit der Krankheit versucht mit Worten auszudrücken, die alle lesen sollten. Depressiv zu sein ist keine Entscheidung, es ist ein lebenslanger Krieg, ein Auf und Ab, eine Krankheit, die das Leben unkontrollierbar macht.

«Wenn Sie bipolar sind, hat Ihr Leben keine Kontinuität mehr. Die Krankheit hat Ihre Vergangenheit zerschossen, und in noch stärkerem Maße bedroht sie Ihre Zukunft. Mit jeder manischen Episode wird Ihr Leben, wie Sie es kannten, weiter verunmöglicht. Die Person, die Sie zu sein und kennen glaubten, besitzt kein festes Fundament mehr. Sie können sich Ihrer selbst nicht mehr sicher sein. Und Sie wissen nicht mehr, wer Sie waren. Was sonst vielleicht als Gedanke kurz aufleuchtet, um sofort verworfen zu werden, wird im manischen Kurzschluss zur Tat. Jeder Mensch birgt wohl einen Abgrund in sich, in welchen er bisweilen einen Blick gewährt; eine Manie aber ist eine ganze Tour durch diesen Abgrund, und was Sie jahrelang von sich wussten, wird innerhalb kürzester Zeit ungültig. Sie fangen nicht bei null an, nein, Sie rutschen ins Minus, und nichts mehr ist mit Ihnen auf verlässliche Weise verbunden.»
Thomas Melle leidet seit vielen Jahren an der manisch-depressiven Erkrankung, auch bipolare Störung genannt. Nun erzählt er davon, erzählt von persönlichen Dramen und langsamer Besserung – und gibt einen außergewöhnlichen Einblick in das, was in einem Erkrankten so vorgeht. Die fesselnde Chronik eines zerrissenen Lebens, ein autobiografisch radikales Werk von höchster literarischer Kraft.

Preis: Taschenbuch, 9.99 Euro, 352 Seiten
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