Beat the Dancefloor

Beat the Dancefloor

Na, habt ihr Bock mal wieder so richtig gut zu tanzen? Den Stress und die alltäglichen Sorgen beiseite zu schieben, allen Frust und Kummer auf der Tanzfläche herauszulassen und verschwitzt und glücklich nach Hause zu gehen? Dann solltet ihr dringend auf einen live Gig von Beat the Dancefloor gehen – nächste Chance dazu ist am 7. Oktober im Maxe Belle Spitz.
Die Erklärung in einer mathematischen Gleichung: Andreas Hölzwimmer an den Turntables + Michael Dreilich am Schlagzeug + HipHop&Rap qualitativ neu aufgemischt = Beat the Dancefloor.

Foto: Moritz Schinn

Ein wenig neugierig über so viel Power an den Drums haben wir Schlagzeuger Michi, auf ein paar Fragen getroffen. Fazit: die Sympathie zu diesem Herzblut-Projekt war danach nur noch größer.


1. Ich wage mal zu behaupten, dass Du zu Deinem Schlagzeug eine sehr innige Beziehung führst. Seit wann spielst Du? Hast Du es dir selbst beigebracht oder gibt es einen Schlagzeug Mentor?

Ich würde sagen ich habe eine sehr innige Beziehung zur Tätigkeit Schlagzeug zu spielen. Für mich ist das  eine Art von positiver Sucht, die mich jetzt schon seit sehr, sehr vielen Jahren begleitet. Ich habe mit acht angefangen Schlagzeug zu spielen  – insgesamt sind es mittlerweile 18 Jahre. Die ersten zehn davon hatte ich einen Schlagzeug Lehrer, der sehr gut war und mir alles an Technik beigebracht hat. Dazu gehört beispielsweise auch wie man die Sticks richtig hält oder richtig „draufhaut“, ohne, dass man sich bei jedem Schlag verletzt.
Seit dem YouTube-Zeitalter gibt es auch visuell jede Menge guter Clips von Lehrern durch die ich mir einige Tricks und Kniffe beibringen konnte. Zusammengefasst war es eine Mischung aus sehr gutem Unterricht kombiniert mit dem Willen mir verschiedenste Dinge selbst beizubringen.

2. Wie viel Zeit pro Tag verbringst Du mit Schlagzeug spielen, wenn Du nicht auf Tour bist?

Ich hab seit kurzem ein altes Schlagzeug-Set mit Fellen zur Lautstärke Dämmung in meinem WG-Zimmer aufgebaut, sodass ich theoretisch immer spielen kann, wenn ich zu Hause bin. Im Schnitt versuche ich jeden Tag 10 bis 15 Minuten wirklich intensiv zu üben – verschiedene Snare Übungen, Beats und natürlich auch an Ausdauer. Wenn ich zwei, drei Tage keine Sticks in der Hand habe, werde ich nicht total unruhig, aber ich merke, dass so langsam die Sucht hochkommt und nach ein paar Minuten trommeln, geht’s mir dann viel besser.

3. Du bist seit einiger Zeit Drummer bei der Alternative Rock Band Blackout Problems – wie entstand das Projekt Beat the Dancefloor? Und wie unterscheiden sich die Drum-Sets bei den beiden Projekten?

Der Grundstein von Beat the Dancefloor geht ziemlich weit zurück. Als ich begonnen habe Schlagzeug zu spielen, habe ich viel zu CDs gespielt. Ich saß dann mit Diskman und Kopfhörern bei meinen Eltern im Keller und habe zu Blink 182, Metallica und SUM41 Alben getrommelt und dann aber aber auch zur Lose Yourself Single von Eminem. Dabei habe ich HipHop für mich entdeckt und schnell gelernt, dass Rock und HipHop total verschieden funktionieren. Vor allem im Beat-Bereich wird mit den einzelnen Bestandteilen eines Drum-Sets sehr unterschiedlich gearbeitet. Das hat mich fasziniert.
Als dann YouTube groß wurde, habe ich mir eine Videokamera von einem Kumpel ausgeliehen, mir eine Aufnahme Software gekauft und Drum-Remixes aufgenommen. Da war an Pop und R’n’B Größen alles dabei … Rihanna, Whiz Kalifa, The Ting Tangs. Das hat immens Spaß gemacht und kam auch gut an, sodass ich mir irgendwann dachte, dass ich das gerne mal live machen würde.
Der erste Versuch ging leicht in die Hose, das zweite Mal hab ich es mit programmiertem DJ-Set alleine versucht, was ganz gut gelaufen ist, aber irgendwie hat ein realer DJ gefehlt. Wenig später habe ich über einen gemeinsam Freund, der jetzt auch unser Booker ist, Andi kennengelernt. Wir hatten beiden von Anfang an dieselbe Intention für das Projekt: den 100%-igen live Charakter – nichts ist vorgefertigt inkl. aller Übergänge. Und damit war Beat the Dancefloor dann komplett. Wir haben daraufhin ein 75-minütiges Set gebaut, den Milla live Club gemietet und mit dem ersten Gig losgelegt, was ein großer Spaß war.

Die Drum-Sets unterscheiden sich gar nicht so wirklich. In München gibt es richtig viele gute HipHop Drummer, wobei sie beim Spielen den typischen HipHop Sound haben. Das Drum-Set klingt im Endeffekt natürlich wie auf den HipHop Samples und ich dachte mir, wenn man zu unserem Projekt auch noch live den selben Sound dazu trommelt, doppelt sich das. Deshalb habe ich bei Beat the Dancefloor den Rock-Charakter beibehalten, damit sich der Sound abhebt und damit auch ergänzt. Vom Grundset ist es also das gleiche Drum-Set wie bei Blackout Problems. Bei Beat the Dancefloor ist  lediglich ein bisschen mehr Elektronik dabei, um auch live Samples und Clap Sounds verwenden zu können.

4. Wie sucht ihr euch die Songs raus und wie geht es dann weiter?

Wir sind sehr Song orientiert, gehen aber mit Plan ran und wollen die Turntables nicht als elektronische Einrichtung sehen, sondern wirklich als Musikinstrument mit dem man auch dynamisch umgehen kann (lauter, leiser, schneller, langsamer, Akzente setzen etc.). Wir wollen, dass unser komplettes Set eher wie ein komplettes live Konzert einer Band aufgebaut ist – das heißt mit Intro, Outro, Höhepunkten, Ansagen und kurzen Ruhemomenten. Demnach suchen wir Sachen aus, die wir machen wollen. So kann es mal sein, dass wir von einem Track das Intro nehmen, es nachspielen, wiederholen… manchmal legt Andi Drum Samples auf und wir konstruieren gemeinsamen einen Beat – er elektronisch, ich live.
Wenn wir nach neuen Songs suchen, treffen wir uns daheim und hören stundenlang Tracks und überlegen, was wir daraus bauen könnten. Der Fokus liegt natürlich auf Songs, die man kennt, weil wir die Leute zum Tanzen verleiten wollen und ihnen ein gutes Gefühl geben. Dabei ist uns aber wichtig diese oft schon tot gespielten Songs so anders zu spielen, dass sie für uns cool klingen und sich abheben.

5. Sind irgendwann mal Aufnahmen geplant?

Seit 2015 gibt es Beat the Dancefloor offiziell in dieser Formation und im Dezember haben wir gleich ein Mixtape aufgenommen. Dabei lag bei uns aber nicht der Fokus jeden Song einzeln zu recorden, sondern das komplette Set ein Mal komplett runterzuspielen – live eben. Das Ergebnis, Beat the Dancefloor Vol.1, gibt es  am 7.10. auf Kassette, für alle die der Facebook-Veranstaltung zusagen! Für diesen Winter ist ein zweites Mixtape geplant, es steht auch ein Remix mit einer befreunden Band im Raum, aber der Fokus liegt weiterhin darauf live zu spielen und Leute zum Tanzen zu bringen.

6. Was erwartet die Leute am 7. Oktober im Maxe Belle Spitz?

Hoffentlich viel tanzbare HipHop Musik! Ich glaube man wird sehen, dass wir viel Spaß dabei haben und ich hoffe, dass der Funken auf die Leute überspringt und wir alle eine gute Zeit haben. Einfach alles kurz mal vergessen und HipHop Musik feiern.


Was bleibt noch zu sagen außer – be there or be square. 🙂

Beat the Dancefloor live
7. Oktober, 22.30 Uhr
Maxe Belle Spitz
Eintritt frei