5 Fragen an: Culture Kitchen

5 Fragen an: Culture Kitchen

MunichMag stellt Fragen an Münchner Organisationen, die Gutes tun. Um mehr zu erfahren über das WER, WIE und WARUM. Vor allem aber darüber, wie man mitmachen kann. Dieses Mal haben wir mit Olivia von Culture Kitchen gesprochen.

Was macht ihr?

Culture Kitchen organisiert verschiedene Kochprojekte für Geflüchtete und Münchner. Es geht darum, sich durch das gemeinsame Kochen und Essen kennenzulernen und sich näher zu kommen, denn die Arbeit – und die Lautstärke – eines Kochevents für viele Menschen schweißt zusammen. Das Miteinander wird bei uns ganz groß geschrieben. Wichtig: Wir sind kein Catering!

Wer seid ihr?

Hinter Culture Kitchen steckt eine bunte Mischung aus Menschen: Alle vereint ein großes Herz, Offenheit und Neugier, sowie das Talent für Organisation und Improvisation. Die Gründer von Culture Kitchen sind Susen Werler und An Zwingel, Julian Waldenmaier, der mittlerweile das Café im Bellevue di Monaco leitet, Svenja Gellert und Ute Quitterer.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Die Gruppe ist 2014 aus „Save Me“ entstanden, einer Plattform für Patenschaften zwischen Münchner und Geflüchteten. Dort bestand das Bedürfnis danach, gemeinsam zu kochen und einander so auf eine neue Art näher zu kommen.

Welche Aktionen und Projekte gibt es?

Wir haben verschiedene Kochprojekte für Geflüchtete und Münchner. Unser Klassiker, der „Kochsonntag“, findet abwechselnd im Trambahnhäuschen, Domagkpark und im Bellevue di Monaco statt. Normalerweise versuchen wir dann im Vorfeld Köche und Köchinnen aus verschiedenen Ländern zu finden. Die Teilnehmer sind zum Großteil junge Männer, die sehr kontaktfreudig sind und durch die Kochevents ihre Deutschkenntnisse verbessern wollen. Da sie unglaublich schnell unsere Sprache lernen und viele Verpflichtungen, wie Schule, Ausbildung oder Deutschkurse, haben, gibt es aber natürlich einen häufigen Wechsel der Teilnehmer. Auch durch Connections zu anderen Münchner Projekten wie z.B. das Munich Welcome Café von den Kammerspielen oder das Bellevue di Monaco lernen wir neue Gesichter kennen.

Am Samstag vor dem Kochevent gehen wir zusammen die Zutaten einkaufen. Alle nötigen Lebensmittel bekommen wir rund um den Hauptbahnhof – dort gibt es klassische türkische, arabische, afghanische und afrikanische Läden. Wenn man den Kochsonntag beschreiben würde, dann ist dieser meist laut, chaotisch, organisiert, improvisiert, offen und unkompliziert.

Laut weil Kulturen aufeinandertreffen und die Boombox mit kitschiger, meist syrischer Musik läuft. Chaotisch, da die Gerichte oft völlig neu für uns Münchner sind und es schwierig ist, die Mengen für 20-30 Personen richtig einzuschätzen. Organisiert muss man trotzdem sein, da wir die Kochutensilien oft mitbringen müssen. Improvisiert, da immer irgendetwas fehlt oder falsch von uns gekauft wurde. Das ist dann für einen kurzen Moment ganz schlimm, aber genauso schnell wieder vergessen. Offen, weil man super in Kontakt mit Menschen kommt, die viel erlebt haben – und anfangs meist ein bisschen skeptisch gegenüber unserer Veranstaltung sind. Unkompliziert, denn alle sollten sich wohlfühlen und Spaß an der Sache haben.

Ab diesem August können wir die Gemeinschaftsküche des Bellevue di Monaco wieder nutzen. Wir kochen dann immer am dritten Sonntag im Monat.

Unser nächstes Projekt ist ein interkulturelles Picknick, das gemeinsam mit anderen Münchner Initiativen organisiert wird und gleichzeitig auch das Sommerfest der Gemeinschaftsunterkunft Hofmannstraße ist. Jeder ist willkommen.

Wie kann ich euch unterstützen?

Culture Kitchen freut sich immer über neue Gesichter, die Lust haben mit zu organisieren. Infos zum Team und den geplanten Projekten und Veranstaltungen findet ihr auf unserer Website und auf Facebook. Wer mitmachen mag oder Fragen hat, kann ganz unverbindlich über unser Kontaktformular an uns schreiben.

Danke an Olivia